Nach langem Ringen wurde mit der argentinischen Regierung eine Vereinbarung über das beschlagnahmte deutsche Vorkriegseigentum getroffen. Die Regelung, die einen zwar nicht in allen Teilen befriedigenden Kompromiß darstellt, ist immerhin ein Versuch, zu einer für beide Teile tragbaren Lösung zu kommen. Bedingungslos zurückgegeben werden die deutschen Marken, Patente und Firmennamen, ferner alle Vermögenswerte bis zu 100 000 Pesos. Die darüber hinausgehenden Werte werden bis zu 80 v. H. in bar vergütet. Ein Schönheitsfehler: die zurückerstatteten Beträge müssen wieder In Argentinien angelegt werden; eine Verlagerung ins Ausland ist nicht möglich.

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Den Bemühungen des Bundeswirtschaftsministers, das Preisniveau stabil zu halten, stellen sich immer neue Hindernisse In den Weg. Bundespostminister Stücklen erklärte in Hamburg, daß eine Anhebung der Posttarife nicht zu umgehen sein wird, wenn der Bund sich nicht dazu entschließt, die Post von ihren politischen Lasten zu befreien und den Betrag zu stunden oder zu erlassen, den die Post jährlich in Höhe von 6 2/3 v.H. des Bruttoumsatzes an den Bund abzuführen hat. Bundesernährungsminister Lübke kündigte vor dem Ernährungsausschuß des Bundestages an, daß im Zusammenhang mit der Erhöhung des Zuckerrübenpreises voraussichtlich auch der Zuckerpreis für den Verbraucher ansteigen wird. Fachleute rechnen damit, daß das Pfund Zucker schon im Januar etwa zwei bis drei Pfennig teurer werden wird.