DK, Hamburg

Ist es nicht reizend von den Herren, daß sie auch gekommen sind?" fragte mich eine ältere Frau, eine von den zweitausend, die zum Ersten Deutschen Kaffeekränzchentreffen ins Hamburger Curio-Haus gekommen sind. An vielen Tafeln, dicht bei dicht, füllen sie Saal und Galerie. Sie haben Kuchen gegessen und selbstverständlich schon viele Tassen Kaffee getrunken. Daran, daß die Kaffeeschwestern recht viel Kaffee trinken, sind die Herren, denen es so hoch angerechnet wird, daß sie auch gekommen sind, sehr interessiert.

Jede Kaffeetante hat eine Mappe bekommen, in der alles steht, was sie erfahren soll. "Was will die Vereinigung Deutscher Kaffeekränzchen?" liest man dort. "Wir wollen den Kontakt zwischen den bereits bestenden Kränzchen pflegen und einsamen Menschen die Möglichkeit geben, sich einem geselligen Kreis anzuschließen... Schließlich möchten wir das Wissen um den Kaffee vertiefen."

Dann kommt ein Absatz Der Schirmherr. "Die Firma X", heißt es da, "eine der führenden deutschen Kaffeefirmen hat freundlicherweise die Schirmherrschaft unserer Vereinigung übernommen und uns das erste deutsche Kaffeekränzchentreffen ermöglicht. Dafür wollen wir alle dankbar sein."

Es sind alle sehr dankbar. Und als der Herr Schirmherr selbst auf der Bühne erscheint, mit einer rosa Nelke im Knopfloch, und die Damen als junge Damen begrüßt, kennt die Dankbarkeit kaum Grenzen.

"Unser Vorhaben entspricht einem echten Bedürfnis", sagt der Schirmherr, "außerdem liegt uns das Thema Kaffee am Herzen." Man glaubt es ihm. "Das Kaffeekränzchen im Zeitalter der Atome?" fragt der Schirmherr mit Schwung. "Jeder, der friedliche Gedanken hegt, muß unser Unternehmen gutheißen."

Dann kommt Musik, und alle haken sich ein und schunkeln. Und dann die Vortragskunst. Hier ist kein Witz zu alt. Und als der Berufskomiker fertig ist, kommen zwei alte Damen und tragen etwas vor.