Professor Baade, der Direktor des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, kann am 23. Januar seinen 65. Geburtstag feiern. Als Wissenschaftler (Ordinarius in Kiel seit 1948) und als Politiker (Bundestagsabgeordneter seit 1949) hat Dr. Baade eine intensive publizistische Tätigkeit entfaltet – auch in der ZEIT sind einige bemerkenswerte Artikel von ihm erschienen –, wobei besonders hervorgehoben zu werden verdient, welche ungewöhnliche Spannweite seine von agrarpolitischen und -technischen Spezialproblemen bis zu den Grundfragen der Konjunkturtheorie und darüber hinaus bis zur Rüstungs- und Außenpolitik reichende Fachkunde umgreift. Ein politisches Temperament, geschult an wissenschaftlicher Arbeit, ist hier am Werke: stets bereit, sich zu politischen, vorzüglich aber zu wirtschaftspolitischen Tagesfragen zu äußern – und dies fundiert, klar und entschieden, dabei besonnen und mit gereiftem Urteil. Die 14 Jahre, die der agrarpolitische Sachverständige der SPD (Reichstagsabgeordneter seit 1930) im Auslande zugebracht hat (nämlich 1935/46 in der Türkei, 1946/48 in den USA), sind von ihm gut genutzt worden, im Sinne der Anhäufung eines ungewöhnlichen Vorrats von Kenntnissen und mehr noch: Erkenntnissen.

Kollegen, Freunde, Mitarbeiter und Schüler Fritz Baades haben sich vereinigt, um ihm als Zeichen ihrer Freundschaft und Verehrung eine Sammlung von Abhandlungen zu überreichen, in denen aktuelle Probleme der Agrarökonomie diskutiert werden: "Gegenwartsprobleme der Agrarökonomie", Festschrift für Fritz Baade zum 65. Geburtstag. Erschienen 1958 bei Hoffmann und Campe, Hanburg (482 S., 24 DM). Nach einer Würdigung des Lebensweges von Fritz Baade werden in der Festschrift besondere die agrarpolitischen Probleme in den Entwicklungsländern behandelt. Daneben enthält das Sammelwerk Beiträge aus dem Gebiet der Theorie und agrarpolitische Abhandlungen. Schließlich werden Sonderprobleme einzelner Volkswirtschaften untersucht. n. f.