Von Ossip Kalenter

Ich hatte erfahren, daß er soeben, von der französischen Riviera kommend, im Splendid Palace Hotel Royal abgestiegen war, während in Cannes und Juan-les-Pins noch das Tagesgespräch seine verwegenen Einbrüche bei Ali Khan, der Exkönigin von Griechenland, dem Schiffsreeder Catapodis und anderen Prominenten bildeten, denen er aus ihren Villen und Hotelappartements Diamanten, Smaragde, Perlenhalsbänder, Gold, Platin, Zobelpelze und andere Kostbarkeiten von unschätzbarem Wert auf nach wie vor rätselhafte Weise entführt hatte.

Meine Ungeduld, ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen, war groß. Noch großer die Ungeduld der "United News", die mich beauftragt hatten, ein exklusives Interview von ihm zu bekommen. So wartete ich denn, reichlich nervös, in der Hotelhalle, bis der Hotelboy, der ihm meine Karte überbracht hatte, zurückkehrte und mit einer tiefen Verbeugung meldete:

"Herr van Trigt läßt bitten."

Der Lift hielt im ersten Stock, wo van Trigt drei Räume bewohnte.

"Ich bin erfreut", sagte van Trigt und schüttelte mir nicht ohne eine gewisse Herablassung die Hand.

Er war von mittlerer Größe, schlank, sehnig, hatte ein blasses, glattrasiertes Gesicht mit durchaus edel geschnittenem Munde, klarem, fast gütigem Blick und hoher, aber ein wenig schmaler Stirn. Das Haar war nach hinten gekämmt und an dem langen Schädel festgelegt, dunkel, an den Schläfen leicht meliert; der Anzug erstklassig.