Von Heinz Stuckmann

es gibt einen netten Kölner Karnevalsschlager, dessen Refrain lautet:

M’r sin d’r janzen Dach am simuliere,

wie kütt m’r blos an ander Lück ihr Jeld.

M’r sin d’r janzen Dach am Krank am fiere

un waade blos op Krankegeld ...

Auf gut deutsch heißt das: Wir überlegen den ganzen Tag, wie man an anderer Leute Geld kommt; wir feiern dauernd krank und warten nur aufs Krankengeld. Diesen Text, den man während der närrischen Tage in Köln in weinseliger Stimmung sang, haben sich neuerdings manche Leute als Lebensmotto erwählt. Über das Krankfeiern hat DIE ZEIT in den letzten Wochen mehrfach berichtet. Wie es bei dem Run auf das Geld anderer Leute zugeht, das ist nicht weniger bemerkenswert und genauso schlimm: Die Wirtschaft mußte zu energischen Selbsthilfemaßnahmen greifen, um ihre Spenden weiterhin sinnvoll verteilen zu können.