Die Geschäftsberichte der Frankfurter Bank, Frankfurt-Main, tragen das Wappen der freien Stadt Frankfurt und den Hinweis auf die Staatsgenehmigung von 1854, die damals ein Notenausgaberecht beinhaltete. Das ist eine gute Tradition, welche zwar die Geschäftspolitik des Instituts mitbestimmt, ihr aber keineswegs allein den Charakter prägt. Es ist dafür gesorgt, daß das Geschäft trotz aller konservativen Bürgertradition sehr lebendig blieb. Rein äußerlich findet dies seinen Ausdruck darin, daß sich die Bilanzsumme im Geschäftsjahr 1957 nochmals um 14,3 v. H. ausweitete. Das veranlaßt die Verwaltung, bei der Hauptversammlung eine Erhöhung des Stammkapitals im Verhältnis 2:1, d.h. um 5 auf 15 Mill. DM zu beantragen. (Der Ausgabekurs der jungen Aktien beträgt 110 v. H.). Durch die Kapitalerhöhung werden nicht nur die finanziellen Fundamente dem größer gewordenen Geschäft angepaßt, die Bank gewinnt darüber hinaus auch mehr Bewegungsfreiheit. Die Kreditrichtsätze der Bundesbank und die von ihr eingeräumten Rediskontkontingente sind nämlich auf die haftenden Mittel der Banken ausgerichtet.

Die Bilanzausweitung findet ihren Ausgang auf der Passivseite der Bilanz, das heißt bei den Einlagen der privaten Bankenkundschaft. Die allgemeine Flüssigkeit führte dem Institut bei seiner herkömmlichen Stellung im Geldmarkt aber auch erhöhte Bankeinlagen zu. (Es nimmt von anderen Instituten zeitweilig nicht benötigte Mittel herein, um sie an andere Banken, die im Augenblick Geld brauchen, wieder auszuleihen.)

Die allgemeine Geldflüssigkeit hat wie überall, so auch bei der Frankfurter Bank zu einer Verengung der Zinsspanne geführt. Daher sind ihre Zinserträgnisse nicht in gleicher Weise wie die Bilanzsumme gestiegen. Sie sind aber beträchtlich größer als im vergangenen Jahr, so daß es möglich ist, trotz hoher Unkosten und verstärkten Zuweisungen an die Rücklage wieder eine Dividende von 12 v. H. zu zahlen. -eb.