XIV. Spanisches Asien: Philippinen

Von A. K. Johann

Die Außenministerkonferenz der SEATO-Mächte ging soeben in Manila zu Ende, der philippinischen Hauptstadt, deren Zentrum noch in Trümmern liegt. Vergeblich, daß die amerikanische Luftwaffe luxuriöse Badezimmer zwischen den Ruinen gebaut hat: Die Hoffnung, die Filipinos würden Häuser darum herum errichten, war trügerisch. A. E. Johann, der zuletzt über Korea und Japan belichtete, schildert in seiner heutigen Weltreise-Reportage die Lage des knapp zwölf Jahre alten Philippinen-Staates – jenes Ziehkindes des Westens, dem die Spanier in dreieinhalb Jahrhunderten kolonialer Herrschaft das Gepräge ihrer Religion und Kultur gaben und dem die Vereinigten Staaten dann in fünf Jahrzehnten den Stempel amerikanischer Zivilisation aufdrückten. Kein Wunder, daß sich der ferne Inselstaat mitten im Stillen Ozean wie ein exotischer Ableger Europas ausnimmt.

Die Landkarten zeigen die Philippinen vor der Ostküste des asiatischen Kontinents. Das stimmt geographisch, aber dort gehören sie eigentlich gar nicht hin; sie gehören nach Spanisch-Südamerika. Sie tragen noch heute den Namen eines spanischen Königs. Das Kernvolk der vielen tausend großen und kleinen Inseln des Archipels, das auf der größten Insel, Luzon, in und um Manila, in den großen fruchtbaren Reisebenen beleimatet ist, nennt sich noch heute, wo die Inseln längst ihre volle politische Freiheit gewonnen haben, ohne Bedenken, ja voll Stolz Filipinos, nach dem Namen Philipps II., dem Erbauer des Escorial, von dem im "Don Carlos" Gedankenfreiheit verlangt wird.

1521 schon wurden die heißen, schönen Inseln von dem Manne entdeckt, der als erster die Welt umsegelte und damit bewies, daß sie wirklich rund ist. Ein Portugiese natürlich, denn die Portugiesen waren schon auf allen unbekannten Wassern unterwegs, als die anderen europäischen Völker noch kaum die Bedeutung der Meere erkannt hatten.

Allerdings hat der kühne Fernäo de Magalhäes selbst nicht den Triumph erlebt, seine Schiffe in den portugiesischen Hafen San Lucar zurückzuühren, von dem er 1519 ausgefahren war. Den Westweg zu den Molukken, den Gewürzinseln, zu finden, war Magalhäes ausgefahren. Er hatte ich – so sind die Europäer – auf der Philippinen-Insel Cebu gleich nach seiner Ankunft der Streitigkeiten zwischen den örtlichen Inselbeherrschern angenommen in der Hoffnung, Politik zu seinen Gunsten machen zu können. Dieses Unternehmen hatte aber nicht den erhofften Verlauf. Magalhäes fand bei einer völlig gleichgültigen Auseinandersetzung zweier Inselhäuptlinge den Tod.

Mexikanische Provinz