Während die Ertragslage der Handelsunion AG,Düsseldorf, die ihren Geschäftsabschluß für das Jahr 1956/57 (30. 9.) jetzt vorlegt, im vergangenen Jahr "nicht einheitlich, jedoch zufriedenstellend" war, berichtet das Unternehmen in dem jetzt vorliegenden Geschäftsbericht über ein "zwar zufriedenstellendes; aber nicht einheitliches" Ertragsbild. Die Übereinstimmung in den Formulierungen soll Zufall sein, sie zeigt jedoch die erfolgreichen Bemühungen des Unternehmens, eine im wesentlichen unveränderte Bilanz zu veröffentlichen. Der Hauptversammlung, die auf den 28. März einberufen worden ist, wird dementsprechend auch wieder 12 (12) v. H. Dividende auf das unveränderte Grundkapital von 46 Mill. DM vorgeschlagen werden. Der Prozentsatz der freien Aktionäre hat sich dem Vernehmen nach weiter verringert; er wird auf etwa 10 v. H. geschätzt.

Die sparsamen Angaben, die der Geschäftsbericht der Handelsunion über die Bilanzen und die Ertragsrechnung hinaus enthält, sagen aus, daß der Marktanteil in Walzstahlerzeugnissen sowohl im Inlandgeschäft als im Export gehalten werden konnte. Im Schrottgeschäft hat sich durch einen verstärkten Wettbewerb infolge Erweiterung des Vertragshändlerkreises ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahre bemerkbar gemacht. Der tonnenmäßige Umsatz dieser größten deutschen Eisenhandels-Gesellschaft, in der neun Organgesellschaften aus dem Bereich der ehemaligen Vereinigten Stahlwerke zusammengefaßt sind, ist nur geringfügig angestiegen. Der Wert des Umsatzes dagegen hat rd. 2,3 Mrd. DM erreicht und liegt damit um 13 v. H. über dem Vorjahresergebnis. Bei dieser Steigerung muß allerdings die kurz nach Beginn des Berichtsjahres erfolgte Eisenpreiserhöhung berücksichtigt werden. In den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres ist die Wirtschaftslage des Unternehmens – wie der Vorstand mitteilt – gut gewesen. Es könne auch für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres eine zufriedenstellende Entwicklung erwartet werden, wenn sich "die augenblickliche Abschwächung auf dem Exportmarkt nicht zu einer Dauererscheinung entwickelt." Gegenwärtig aber seien noch keine Anzeichen für eine Exportbelebung sichtbar. nmn.