Einem Rechtsanwalt aus Wien, der sich sein Leben lang mit Ehen in der Krisis befaßte und der sich nun die Wahrheit vom weise gewordenen Herzen schreibt, ist es nicht zu verdenken, daß er seinem Werk folgenden Titel gibt:

Otto Rotsch: "Die unvollkommene Ehe." Wilhelm Braumüller Verlag, Wien und Stuttgart. 104 S., 7,50 DM.

Rotsch will keinen Anti-van-der-Velde verfassen. Er verwahrt sich sogar dagegen, dem Sexuellen in der Ehe ein zu großes Gewicht beizumessen. Er geht davon aus, daß die vollkommene Ehe zu den Seltenheiten gehört und beweist Schritt für Schritt, daß sich die Ehepaare selbst durch eine falsche Einstellung zu den Grundgesetzen dieser Institution den Weg zur fast vollkommenen Ehe verbauen. Rotsch ist trotz seiner langjährigen Praxis als Scheidungsanwalt weder zum Gegner der Ehe noch zum Zyniker geworden.

Mit Diagrammen macht Rotsch dem Leser klar, daß es nur verschiedene Modi der unvollkommenen Ehe geben kann, solange das wahre Wesen der vollkommenen und geistig verankerten Gemeinschaft unbekannt ist.

Einer Psychotherapeutin aus New York, die sich viele Jahre lang mit Sozialneurosen befaßt hat, kann man zubilligen, daß sie genug Erfahrungen sammeln konnte, um ihr Buch schlicht und umfassend zu nennen:

Eleanor Bertine: "Menschliche Beziehungen." Rhein Verlag, Zürich, Stuttgart, Wien; 319 S., 17,80 DM.

Die Jung-Schülerin führt den Beweis für die Gesetze, nach denen die Psychologie das Leben ordnet, und läßt an keiner Stelle beim Leser den Gedanken aufkommen, daß man diese Ordnung bezweifeln könnte. Mit der bewunderungswürdigen Geduld eines ausgezeichneten Pädagogen bescheinigt sie allen, die sich den Gesetzen zu entziehen suchen, daß sie noch auf einer niedrigen Stufe der menschlichen Reife stehen.