Was nützen alle technischen Erfindungen, solange sie nur sozusagen künstlich arrangierte Bedürfnisse zugleich wecken und befriedigen können, anstatt echten Bedarfsfällen gefügig zu sein? Zum Beispiel: Da sind in einer kleinen französischen Stadt zwei maskierte Einbrecher in die Wohnung eines Bürgers eingedrungen, haben den Herrn des Hauses und seine Frau gefesselt, sich darauf ein Omelette gebacken und im Wohnzimmer genußvoll das vierstündige Fernsehprogramm absolviert, bevor sie, geistig und leiblich gestärkt, mit der 30 000 Francs bergenden Brieftasche ihres unfreiwilligen Gastgebers verschwanden. Ja, da fragt man sich doch – die vierstündige Augenweide der Ganoven in Ehren – was heißt da "Fernsehen"!

Kein Polizist auf seiner Station, kein Funkstreifenkommando sah von ferne, was dort vorging, wo möglicherweise die raffinierten Banditen aber umgekehrt in aller Gemütsruhe die Polizisten und das Überfallkommando sahen und sich an deren vorbildlichem Funktionieren erfreuten (falls es zufällig eine Fernsehreportage darüber gab!). Ein verwirrender Gedanke. Er erinnert an den sehr verwandten: Woher die künftigen Mond-, Venus- oder Mars-Reisenden "drüben" die Abschußbasen für ihre Heimkehr nehmen werden?

Moral: Vorteile der Technik können – nah besehen – fragwürdig, weil einseitig sein. Horcher