Der Geschäftsbericht der Zentralkasse nordwestdeutscher Volksbanken eGmbH, Hannover/Hamburg, der rund 200 Volksbanken und sonstige Kreditgenossenschaften des nordwestdeutschen Raumes angeschlossen sind, gibt einen ausgezeichneten Überblick darüber, wie sich im mittelständischen Bereich die wirtschaftliche Entwicklung des vergangenen Jahres niedergeschlagen hat. Die starke Einlagensteigerung bei den der Zentralkasse angeschlossenen Volksbanken läßt erkennen, daß das vielfach im Konsumbereich tätige mittelständische Gewerbe aus der verbrauchsorientierten Konjunktur des Jahres 1957 in höherem Maße Nutzen gezogen hat, als es ihm in den vorangegangenen Jahren gelang.

Bezeichnend ist, daß das kurzfristige Kreditvolumen der betreffenden Volksbanken in 1957 nur noch um 29 Mill. DM auf 478 Mill. zugenommen hat. Die Steigerung blieb absolut und prozentual hinter dem Jahre 1956 zurück. Damals wuchs das kurzfristige Kreditvolumen noch um 44 Mill. Selbstverständlich wurden alle vertretbaren kurzfristigen Kreditwünsche befriedigt.

Ein anderes Kapitel stellt die Versorgung der mittelständischen Wirtschaft mit längerfristigen Krediten dar. Hier sind noch immer beträchtliche Vünsche offen, wenngleich die Nachfrage nach langfristigen Kreditmitteln – so glaubt jedenfalls die Zentralkasse feststellen zu können – etwas an Dringlichkeit verloren hat. Schwierigkeiten bestehen allerdings nach wie vor bei solchen mittelständischen Existenzen, die bei unzureichender Eigenkapitalausstattung nicht die erforderlichen Sicherheiten für einen langfristigen Kredit zu bieten vermögen. In diesen Fällen haben die von den zuständigen Berufsvertretungen gegründeten Kreditgarantiegemeinschafen für das Handwerk und für den Handel eine fruchtbringende Tätigkeit entfalten können. Die Verluste aus diesen – mit Hilfe der Kreditgarantiegemeinschaften abgewickelten Geschäften – halten sich übrigens in durchaus angingigen Grenzen. Dennoch scheint es zu früh zu sein, in diesem Punkt schon zu einem endgültigen Urteil zu kommen. In Zeiten einer aufwärtsstrebenden Konjunktur pflegen die Verluste aus Krediten ohnehin sehr gering zu sein. Die Bewährungsprobe setzt ein, wenn es einmal „andersherumgeht“.

Die Bemühungen der Volksbanken, ihre Kundschaft mit längerfristigen Investitionskrediten zu versorgen, kommen darin zum Ausdruck, daß sich die längerfristigen Kredite in 1957 um 25,7 v. H. auf 88 Mill. DM erhöht haben. Davon wurden 65 Mill. DM, das sind 73,8 v H. über die Zentralkasse refinanziert, die sich ihrerseits diese Mittel aus den verschiedenen „Finanzierungstöpfen“ besorgte. Zur längerfristigen Kreditversorgung der Kunden der Volksbanken hat auch die Emissionstätigkeit der Deutschen Genossenschaftskasse, Frankfurt/Main, wesentlich beigetragen, die in 1957 erstmals eine Emission von 30 Mill. DM auflegen konnte, der um die Jahreswende eine weitere Emission von weiteren 30 Mill. DM folgte.

An der Steigerung der Bilanzsumme der Zentralkasse (von 178,1 auf 245,7 Mill. DM) waren in besonderem Umfang die Einlagen von Kreditinstituten beteiligt, die sich im Berichtsjahr um 52,6 Mill. auf 126,6 Mill. erhöhten. Die Gesamteinlagen stiegen von 102 auf 161 Mill. DM Ein wesentlicher Teil des Einlagenzuwachses diente der Stärkung der flüssigen Mittel. Aus dem Geschäftsergebnis wurden vorweg 2 Mill. DM den offenen Reserven zugeführt, die sich damit auf 7 Mill. DM erhöhten. Zusammen mit den Geschäftsguthaben (ersetzen das Grundkapital) von 7,1 Mill. DM betragen die ausgewiesenen Eigenmittel 14,1 Mill. DM. Das sind 5,7 v. H. der Bilanzsumme. Ausgeschüttet wird wieder eine Dividende von 4 v. H. -ndt.