Diesmal werden die über 1200 Aussteller der Industriegruppe Maschinenbau das Interesse der ausländischen Besucher auf der Messe besonders sorgsam verfolgen. Der Auftragseingang aus dem Ausland hält nämlich mit den Exportlieferungen nicht mehr Schritt. Vom „Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten“ (VDMA) ist zu hören, daß vor allem bei den überseeischen Absatzländern Auftragsrückgänge eintreten. Aber auch im europäischen Geschäft, vor allem Frankreich, den Niederlanden und Griechenland, müssen bereits Ausfälle hingenommen werden.

Im Gegensatz dazu haben sich die Inlandsaufträge verhältnismäßig gut behauptet. In diesem Jahr lagen die Bestellungen aus dem Inland im Januar um 9 und im Februar um 6 v. H. über den Vorjahreswerten. Die Schrumpfung der Exportabschlüsse konnte also bisher ausgeglichen werden. Ob die Belebung des Binnenmarktes ausreicht, um mit den „Folgen einer weiteren Versteifung der Absatzlage auf dem Weltmarkt“ fertig zu werden, darüber erhofft sich der Maschinenbau von Hannover wichtige Hinweise.

Damit hat sich die Situation für die Aussteller des Maschinenbaues gegenüber dem Vorjahr genau umgekehrt. Zur vorigen Messe kamen die Aussteller der Maschinenbau-Industrie mit der Mitteilung, daß der Auftragseingang aus dem Inland 1956 um fünf v. H. unter dem Auftragsvolumen von 1955 geblieben sei. Dagegen gingen die Auslandsabschlüsse um über ein Viertel über den entsprechenden Vorjahreswert hinaus. Man sprach schon von einer, Stagnation am Binnenmarkt, die offensichtlich die Firmen des Maschinenbaues zu verstärkter Pflege des Exports gezwungen hat.

Tatsächlich hat nun das Jahr 1957 einen kräftigen Anstieg der Maschinenausfuhr gebracht: von 5,9 auf 7,1 Mrd. DM. Das ist eine Zuwachsquote von rund 21 v. H. Vergleichen wir sie mit der Zuwachsrate der gesamten Produktion von 8,2 v. H., dann wird klar, daß die 1957 erreichte Umsatzerhöhung im westdeutschen Maschinenbau weitgehend auf dem Anstieg der Maschinenausfuhr beruht.

Der Anstieg war allerdings nicht überall gleichmäßig. Auffallend ist die überdurchschnittliche Zunahme des Exports nach den asiatischen Ländern Japan, Indien, dem Iran und Pakistan. Kräftig gestiegen ist auch der Maschinenexport nach Brasilien, während er nach Argentinien zurückgefallen ist. Relativ günstig haben sich auch die Lieferungen nach den Ostblock-Staaten entwickelt; sie stiegen insgesamt um rd. 100 Mill. DM auf 178 Mill. DM. Trotzdem ist der Anteil der Ostblock-Länder an der westdeutschen Gesamtmaschinenausfuhr mit 2,5 v. H. noch immer erheblich geringer als vor dem Kriege (damals gingen in diese Länder etwa 20 v. H. der deutschen Maschinenausfuhr).

Angesichts der kräftigen Steigerung unseres Maschinenexports in den letzten Jahren sollte das jetzt beobachtete Zurückbleiben der Exportabschlüsse hinter den Exportlieferungen nicht zu negativ bewertet werden. Auch die Maschinenbau-Industrie geht nicht so weit, mit einem fühlbaren absoluten Rückgang des Exports zu rechnen. Sie hält es nur für fraglich, ob für 1958 nochmals mit einer Vergrößerung der Exportumsätze gerechnet werden kann.

213 Firmen werden in den Hallen 8 und 8 Süd Holzbearbeitungsmaschinen zeigen, unter ihnen 36 aus dem Ausland, und zwar aus 10 Ländern. Am stärksten sind die Schweiz, Frankreich und England beteiligt.