Einige Bauunternehmen entwickeln Pläne für Eigenheime, die gehobenen Ansprüchen genügen, aber trotzdem zu tragbaren Kosten erstellt werden. Diese Konstruktionen gehen davon aus, daß die heute üblichen Baukosten von etwa 75 bis 80 DM für den Kubikmeter umbauten Raum für die Mehrzahl der am Eigenheim Interessierten indiskutabel sind. In Süddeutschland sind aber zweigeschossige Einfamilienhäuser im Bau, bei denen der Kubikmeter umbauten Raumes nur noch rund 60 DM kostet.

Das süddeutsche Experiment, die Baukosten spürbar zu senken, wurde dadurch erfolgreich, daß es sich um Doppelhäuser handelt, die in Serien von etwa zwanzig Stück nach einer neuen Bauweise hergestellt werden. Sie macht sich Erfahrungen aus Amerika und Schweden zunutze. Das Mauerwerk besteht aus einem porösen Kiesbeton. Bei der Verschalung werden immer wieder zu verwendende Stahlelemente benutzt, die ein Autokran von Baustelle zu Baustelle transportiert. Auch die meisten der übrigen Bauteile sind genormt und liegen vorbereitet am Bauplatz, selbst die Teile für die Installation. Alle Wanddurchbrüche werden gleich beim Schütten der Betonwände durch genormte Leeren ausgespart.

Dieses Bauverfahren ist nicht zu verwechseln mit den industriell hergestellten Fertighäusern. Es handelt sich um eine massive Bauweise, an der auch die üblichen Bauhandwerker mitwirken, nur daß sie hier angehalten sind, alle Einzelteile in einer kleinen Serie anzufertigen und sich einer straffen Bauleitung einordnen müssen...

Als vor kurzem zum erstenmal über dieses neue Bauobjekt berichtet wurde, setzte eine nicht erwartete Flut von Zuschriften ein. Wohnungsunternehmen, große Industriefirmen, Ministerien, Versicherungen und andere interessierte Stellen wurden aufmerksam und verlangten nach näheren Einzelheiten. Das große Echo beweist, wie begierig sich viele Bauherren auf jedes Bauverfahren stürzen, von dem eine wirtschaftlichere Bauweise zu erhoffen ist. Nicht weniger interessiert am wirtschaftlichen Bauen sind aber auch viele Bauunternehmen selbst: Sie sehen sich immer mehr eingeengt von steigenden Kosten einerseits und von einem leicht rückläufigen Bauvolumen mit einem Druck auf die Preise anderseits.

Etwa 1955 setzte die Mechanisierung und Rationalisierung im Baugewerbe verstärkt ein. Es gelang der Bauindustrie in manchen Ländern der Bundesrepublik, seither den Umsatz um fast 50 v. H. zu steigern, obwohl sich die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden verringerte. Der Bestand an Maschinen hat sich kräftig vermehrt, bei größeren (wie z. B. Planierraupen, Baggern und Turmdrehkränen) seit 1954 sogar etwa verdoppelt. Am häufigsten werden heute bei Hochbauten Fördergeräte verwendet, also Bauaufzüge, Förderbänder und Baukräne. Aber erst die nach Wirkungsweise und Verwendungsmöglichkeit erfolgende Auswahl der Geräte trägt zur Verringerung des Arbeitsaufwandes und damit zur Steigerung der Produktivität bei. Untersuchungen des „Instituts für Bauforschung“ in Hannover zeigen, daß die geringsten Förderkosten (Betriebskosten und feste Kosten für Einrichtung, Abschreibung und Unterhaltung) für den Transport von Wandbaustoffen beim Bau von vier Wohnungen mit einem Förderband zu erreichen sind. Ein Schnellbauaufzug würde dagegen bei diesem Vierwohnungsgebäude schon fast das Doppelte an Förderkosten verlangen. Selbst bei einem Haus mit 40 Wohnungen bleibt das Förderband noch das wirtschaftlichste Transportgerät, während sich ein mittlerer Baukran erst von achtzig Wohnungen an als das billigste Fördergerät herausstellt.

Die Wirtschaftlichkeit von Fördergeräten hängt aber auch noch von der richtigen Größe der Arbeiterkolonne und ihrem betrieblichen Zusammenwirken mit dem Fördergerät ab. So versorgt unter bestimmten Voraussetzungen beim Herstellen von Mauerwerk aus Vollsteinen um Normalformat):

  • ein Schnellbauaufzug 8 bis 13 Maurer mit den dazu erforderlichen Hilfskräften
  • ein Förderband aber 14 bis 20 Maurer mit den dazu erforderlichen Hilfskräften
  • ein Baukran sogar 20 bis 25 Maurer mit den dazu erforderlichen Hilfskräften.