Nachdem sich die Holländer seit Jahren um den richtigen, zeitlich gleichgeschalteten Anschluß des niederländischen und deutschen Teiles der Europastraße E 36 an der „Nahtstelle Grenze“ bemühen, wurden jetzt endlich deutscherseits die ersten Mittel für den Bau dieser sogenannten Holland-Linie zwischen Oberhausen und Emmerich bereitgestellt. Das Autobahn-Neubauamt Wesel hat die ersten fünfzehn Brückenbauwerke ausgeschrieben. Es scheint ernsthaft mit dem Ausbau begonnen zu werden. Zeit wäre es.

„Wenn die Europastraße E 36 fertig sein wird, wird sie eine der wichtigsten internationalen, d. h. grenzüberschreitenden Autobahnen Westeuropas sein. Auch Deutschland wird den Bau dieser Straße von Oberhausen bis zur deutschen Grenze zustande bringen.“ So sprach Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm im Herbst 1956. Dann war zu hören, daß im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden solle. Ob es nun im Frühjahr 1958 wirklich so weit ist?

Während in den Niederlanden seit Jahren am Ausbau eines großzügigen Autobahnnetzes bis zur Grenze gearbeitet wird, erwarten den Autoreisenden auf deutschem Boden auffallend schlechte Straßen, die sich immer mehr zu einem bedrohlichen Engpaß entwickelten. Das Revier mit seinen über sieben Millionen Menschen und die Randstadt Holland, das Wirtschaftszentrum im Städtedreieck Amsterdam-Den Haag-Rotterdam mit seinen vier Millionen Menschen, brauchen jedoch einen durchgehend leistungsfähigen Verbindungsweg für den wachsenden Güteraustausch über die Grenze. Die Niederländer werden diese mit ihrem Abschnitt von E 36 bereits 1960 erreicht haben. Minister Seebohm sagte seinerzeit zu, daß die deutsche Anschlußstrecke bis 1961/62 fertiggestellt sein solle. Nun endlich wird damit begonnen. Wann aber wird das Werk vollendet sein? B. R.-H.