Von 1,8 Millionen Einwohnern Hamburgs hat jeder dritte ein Sparkonto bei der Hamburger Sparcasse von 1827, die jetzt ihren Abschluß für 1957 veröffentlicht. Daraus geht hervor, daß sich der Spareinlagenbestand in der Berichtszeit um 22,8 (in 1956: 18,3 v. H.) auf fast 580 Mill. DM erhöht hat. Die Sparkasse weist damit den größten Spareinlagenbestand aller Sparkassen der Bundesrepublik auf. Aus dem Bericht ist ersichtlich, wie sehr dem Institut das günstige Sparklima des Vorjahres zugute gekommen ist. Zur Stabilisierung des Sparprozesses – so wird im Bericht festgestellt – mag in erster Linie beigetragen haben, daß durch außenpolitische Ereignisse keine Unruhe in der Bevölkerung ausgelöst wurde. Aber auch die wirtschaftliche Besserstellung des einzelnen dürfte nach Ansicht der Sparkasse mitentscheidend gewesen sein, „obwohl die Preisentwicklung auf manchen Gebieten nicht immer den Interessen und Vorstellungen der Sparer entsprach“.

Genau wie bei den Banken so läßt sich auch bei den Sparkassen die Neigung der Einleger erkennen, durch Festlegen der Spargelder auf eine längere Dauer höhere Zinsen zu erhalten. So waren bei der Hamburger Sparcasse von 1827 36 v. H. des Spareinlagenbestandes mit vereinbarter Kündigungsfrist angelegt. Die durchschnitt-, liche Höhe der Sparguthaben je Sparkonto ist im vergangenen Jahr auf 957 (841) DM gestiegen.

Auch im Kreditgeschäft wird eine beträchtliche Ausweitung gemeldet. Die Gesamtausleihungen erhöhten sich auf 490,8 (399,9) Mill. DM. Dabei stiegen die kurz- und mittelfristigen Kredite (ohne Wechselkredite) um 35,2 auf 108,8 Mill. Die von der Sparkasse gewährten zinsgünstigen Mittelstandskredite einschließlich solcher Darlehen, für die die Bürgschaftsgemeinschaften für das Hamburger Handwerk und den Hamburger Handel die Bürgschaft übernommen haben, wuchsen auf 12,3 Mill. DM.

Die Ertragslage entsprach den Erwartungen. Verschiedene Faktoren haben im Berichtsjahr zu einer relativen Verringerung des organischen Gewinns geführt. Durch einmalige Erträge wurde der Gewinn im Endergebnis maßgeblich beeinflußt. In Höhe von 9,9 Mill. DM wurde er der Sicherheitsrücklage zugeführt, die damit 38,2 Mill. DM (sie ersetzt das Grundkapital) beträgt, das sind 4,84 (4,43) v. H. der Gesamteinlagen. Angestrebt wird die satzungsmäßige Höhe von 5 v. H. -dt