Für die exportintensive feinmechanische und optische Industrie ist Hannover seit Jahren der zentrale Messeplatz. In Halle 5, die ausschließlich der Feinmechanik und Optik zur Verfügung steht, werden rund 100 Firmen ausstellen. Weitere achtzig Firmen sind in anderen Hallen vertreten, ein großer Teil davon in der Halle 17 der Büro Wirtschaft.

Die westdeutsche Feinmechanik und Optik konnte 1957 erneut Produktion und Umsatz steigern. Allerdings war die Zuwachsrate der Produktion mit 5,9 v. H. nur noch etwa halb so groß wie die des Jahres 1956 (dabei liegen die Gruppen Optik und Medizinmechanik über dem Durchschnitt des gesamten Faches, während Feinmechanik und Photokino die Zuwachsrate von 5,9 v. H. unterschreiten). Der Gesamtumsatz erreichte 1957 rund 2,09 Mrd. DM, gegenüber 1,95 Mrd. DM im Jahre 1956. Die Quote der Umsatzzunahme beträgt 7,3 gegenüber 9,8 v. H., ist also nicht so stark zurückgegangen wie die Zuwachsrate der Produktion. Der stärkere Rückgang der Produktionszuwachsrate deutet darauf hin, daß die feinmechanische und optische Industrie ihre Produktion kurzfristig der Marktlage anzupassen versteht. Vom Verband der „Deutschen Feinmechanischen und Optischen Industrie“ wird gesagt, daß die Auftragseingänge bei einer „beachtlichen Zahl von Firmen“ rückläufig seien.

Trotz einer auch hier zu beobachtenden Konjunkturberuhigung bleibt die Tatsache, daß – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – 1957 kein absoluter Rückgang der Zahlen eingetreten ist. Es hat sich vielmehr die Prognose erfüllt, die Ausfuhr von feinmechanischen und optischen Artikeln einschließlich Uhren 1957 auf 1,011 Mrd. DM zu steigern (von 924 Mill. DM 1956). Nach wie vor sind die USA der bedeutendste Käufer: ihr Anteil am Gesamtexport der westdeutschen feinmechanischen und optischen Industrie erhöhte sich noch von 16,2 auf 17,1 v. H. Der Anteil der EWG-Länder am bundesdeutschen Export hielt sich bei rund 18 v. H. Diese Branche wird also auf der Messe das Interesse der Besucher aus den USA besonders aufmerksam verfolgen.

Daß ein so hoher Exportanteil von rund 48 v. H. am Gesamtumsatz auch viel Sorgen macht, ist der feinmechanischen und optischen Industrie gerade in der letzten Zeit wieder deutlich geworden. Auf der Hauptversammlung des Verbandes in Goslar wurde nach Möglichkeiten gesucht, um einen besseren Ausgleich der Zahlungsbilanz zu erreichen, ohne dabei die Ausfuhrleistung zu schmälern. Man warnte vor einer Änderung des Wechselkurses der D-Mark und sagte, eine solche Änderung würde für die feinmechanische und optische Industrie konjunkturell verheerende Wirkungen haben müssen“.

Ein Exportanteil von 48 v. H. gestattet auch keine Vernachlässigung des Inlandmarktes, vielmehr unterstreicht die Anfälligkeit des Exportgeschäfts und sein erhöhtes Risiko noch die Bedeutung des Inlandgeschäfts für die Feinmechanik und Optik. -td