Trotz der anhaltend günstigen Verkaufsmöglichkeiten für Pfandbriefe und Kommunalobligatioren kann noch nicht von einer Gesundung des Kapitalmarktes gesprochen werden, erklärte die Westdeutsche Bodenkreditanstalt (Westboden) in Köln in Geschäftsbericht für 1957. Unverkennbar sind beträchtliche Mittel des Geldmarktes in Kapitalmarkttiteln angelegt worden. Durch die Anlage kurzfristigen Geldes wird aber der Kapitalmarkt einer latenten Gefahr ausgesetzt, da diese mit dem Ziel einer vorübergehenden Ausnutzung der günstigen Rendite in den Kapitalmarkt geflossenen Gelder möglicherweise kurzfristig wieder liquid gestellt werden müssen. Der Übergang zu siebenprozentigen Schuldverschreibungen hat den Zufluß kurzfristiger Mittel zur Anlage in Kapitalmarkttiteln nicht unterbunden. Solange die Differenz in der Rendite zwischen Geld- und Kapitalmarkt im derzeitigen Ausmaß fortbesteht, bleibt diese Gefahr akut. Hiergegen hilft nur eine maßvolle Emissionspolitik sowie eine sorgfältige Placierung der Papiere durch die Emissionshäuser. Es ist verfehlt, so meint das Institut, die derzeitige Situation zum Ausgangspunkt weiterer Zinssenkungen zu machen.

Der zum 7. Mai einberufenen Hauptversammlung schlägt die Verwaltung eine auf 9 (8) v. H. erhöhte Dividende auf das Grundkapital von 7 Mill. DM vor. – Die Bilanzsumme der Bank ist auf 346 (308) Mill. DM gestiegen. Der Umlauf an Hypothekenpfandbriefen erhöhte sich auf 211 (197) Mill. DM und an Kommunalschuldverschreibungen auf 43 (30) Mill. DM. Andererseits hat das Institut Hypotheken- und Kommunaldarlehen in Höhe von 33 (27) Mill. DM ausgezahlt. Rund 35 (25) Mill. DM Darlehenszusagen wurden in das neue Jahr übernommen. V. D.

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Die Dortmunder Union-Brauerei AG, Dortmund, schlägt für das Geschäftsjahr 1957 die Verteilung einer Dividende von unverändert 12 v. H. vor. (HV 21. Mai.) Im letzten Geschäftsjahr wurde das Grundkapital der Gesellschaft um 7,5 Mill. DM auf 22,5 Mill. DM erhöht. Die jungen Aktien sind ab l. Juli 1957, also mit der halben Dividende, gewinnberechtigt.