Der Handelsverkehr der Bundesrepublik mit der Volksrepublik China ist im vergangenen Jahr erstmalig wieder auf eine vertragliche Basis gestellt worden. Damit sind die Grundlagen für eine weitere Intensivierung des beiderseitigen Handelsverkehrs gelegt. Zweifellos ist es für die deutsche Wirtschaft ein zu Buch schlagender Vorteil, wenn ihr bei der Abwicklung dieses Handels ein Spezialbankinstitut, nämlich die Deutsch-Asiatische Bank, Hamburg, zur Verfügung steht, das sich fast ausschließlich im Handelsgeschäft mit Ostasien betätigt und in diesen Monaten in Hongkong eine eigene Niederlassung errichtet – mit dem Vorstandsmitglied Johannes H. Loeffler an der Spitze, der bereits 25 Jahre für die Bank in Ostasien tätig war und in den letzten 10 Jahren in Hongkong lebte.

Die Tatsache, daß es sich bei der Deutsch-Asiatischen Bank um ein Spezialinstitut handelt, das gerade im Hinblick auf sein Hauptarbeitsgebiet besonderen Risiken unterworfen ist, zwingt natürlich zu einer vorsichtigen Bilanzpolitik, die eine Ausschüttung von Spitzendividenden natürlich nicht zuläßt. Aber noch aus einem anderen Grunde wäre es unbillig, von der Deutsch-Asiatischen Bank hohe auszuschüttende Überschüsse zu verlangen. Man muß doch bedenken, daß sich die Bank praktisch nach dem Kriege in Hamburg neu konstituieren mußte, nachdem sie ihr gesamtes Vermögen in China eingebüßt hatte. Wie sehr es mit der Bank aber wieder aufwärts gegangen ist, zeigen folgende vom Vorstand auf der Hauptversammlung vermerkte Zahlen: In der Eröffnungsbilanz per 1. Januar 1953 betrugen Wechselbestand und Debitoren zusammen 5 Mill. DM; am 31. Dezember 1957 hatten sie 22 Mill. DM überschritten.

Im bisherigen Geschäftsjahr ist das Institut bisher von der allgemein rückläufigen Konjunktur nicht betroffen worden. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsätze im Im- und Exportgeschäft fast auf gleicher Höhe geblieben. Der Betrag der diskontierten Handelswechsel hat sich sogar in den ersten vier Monaten etwas erhöht. Für die Aktionäre der Bank ist das zweifellos eine gute Nachricht, denn sie läßt für 1958 auf eine "angemessene" Dividende hoffen, und das um so mehr, als der Vorstand versprochen hat, eine "dividendenfreudige Politik" zu verfolgen. Für 1957 wird auf einstimmigen Beschluß eine Dividende von 6 (5) v. H. ausgeschüttet.

K. W.