DIE ZEIT

Konzil im Kreml

Mit der Ankündigung, daß nun ein gemeinsamer Ostblockmarkt geschaffen werden soll, hat Chruschtschow einen weiteren Schritt auf dem Wege zu seinem Fernziel getan, die Vereinigten Staaten wirtschaftlich zu überrunden.

Das Ende der Vierten Republik

Die Vierte Republik geht ein, und zwar an Ideenlosigkeit. Seit der Nacht des Pronunciamento von Algier, in der sich die Regierung Pflimlin so gut gehalten hatte, wartete man vergeblich auf irgendwelche Taten oder auch nur symbolische Gesten, mit denen sie sich Autorität schaffen könnte.

Viele Persönlichkeiten – wenig Programm

Hat die SPD sich in Stuttgart radikalisiert? Oder hat sie sich reformiert? Ist sie nach links abgerutscht oder hat sie sich nach rechts durchgemausert? Es scheint charakteristisch für den Parteitag, wie verschieden die Antworten auf diese Fragen je nach Blickpunkt und Brille des Betrachters ausfallen.

Karlsruhe hat gesprochen

Das Bundesverfassungsgericht hat durch seinen Zweiten Senat einen vorläufigen Spruch in der Kontroverse um die Volksbefragung gefällt und gemäß dem Wunsche der Bundesregierung durch Einstweilige Anordnung die Volksbefragung ausgesetzt, die der Hamburger Senat auf den 8.

Störung am Samstag

Das DIVO-Institut für Meinungsforschung hat eine Umfrage durchgeführt über die Einstellung der Eltern zur Fünftagewoche in der Schule.

ZEITSPIEGEL

„Was wir brauchen, ist nicht der Wissenschaftler, der binnen zwölf Monaten einen Amerikaner auf den Mond befördern kann, sondern der Staatsmann mit tiefem Verständnis für den Menschen und seine Welt.

Der verlorene Führer

Das Institut für Meinungsforschung in Delhi führte kürzlich eine Umfrage nach den populärsten indischen Politikern durch. Der Spitzenkandidat war – wie vorauszusehen – Ministerpräsident Jawaharlal Nehru; ihm folgte mit einigem Abstand ein Mann, dessen Name im Ausland ziemlich unbekannt sein dürfte: Jaya Prakash Narayan, der zur Zeit die Bundesrepublik besucht und als Gast am Stuttgarter SPD-Parteitag teilnahm.

Zurück zum Fez?

Die türkische Polizei hat unlängst einige Dutzend Leute verhaftet, die durch die Verteilung religiöser Traktate unliebsam aufgefallen waren.

Die "Lex Soraya" erweckt Erinnerungen...

Madame Tabouis erwähnt in ihren Memoiren ("20 Jahre diplomatischer Spannungen") das Angebot Adolf Hitlers an Frankreich: Die deutschen Zeitungen würden nichts gegen die französische Regierung schreiben, wenn die französischen Zeitungen nichts gegen die deutsche Führung schrieben .

Die „Schwert- und Schild“-Theorie

Wir berühren hiermit das für Deutschland brennendste Problem. Im heutigen Artikel möchte ich es, mit einer gewissen Absicht, nur unter dem Weltaspekt besprechen: als Teil der Verteidigungsplanung der ganzen westlichen Welt und in seiner Beziehung zum Problem des atomaren Chaos.

Amöbe und H-Bombe in Harmonie?

Von gut gemachten Sachbüchern wimmelt es heute: Sie unterscheiden sich meistens nur durch den Grad ihrer Aktualität und den wissenschaftlichen Rang des Autors.

Stürme in zierlichsten Gläsern

Das Gärtnern als Hobby, ja als Leidenschaft – das hat sich auch bei uns in den letzten Jahren mächtig ausgebreitet. Zumal an den Rändern der Großstädte kann man dafür manches schöne Beispiel finden.

Frau erkennt Frauen

„... jede Frau in den von Männern geschriebenen Romanen war ein Unding, und das hatte sie beim Lesen immer geärgert und verstimmt; derartige Romane waren anmaßend und unwahr.

Die Päpste der Renaissance

Das macht die Geschichte des Papsttums für unsere Zeit so interessant: in dieser Institution hat sich das Prinzip der christlich geprägten Monarchie durch nahezu zwei Jahrtausende erhalten, während es sich in seinen weltlichen Ansätzen, soweit sie je ernst gemeint waren, längst zersetzt oder bis zur bloßen Phraseologie verdünnt hat.

Die große Dänin

Das Ausland ist es, wo wir Nordländer unsere Feldschlachten gewinnen müssen“, schrieb Henrik Ibsen an den großen dänischen Kritiker Georg Brandes.

Das Musical Ersatz der Operette?

Seit einigen Jahren ist das amerikanische Musical wie ein Stern der Hoffnung auch in Deutschland aufgegangen. Unser einstmals strahlender Operettenhimmel ist schwarz und schwärzer geworden.

Das größte Fest

In der Konjunktur der Kunst- und Kulturwochen ist eine Flaute eingetreten. Lörrach am Rhein aber erfand vor drei Jahren den Hebeltag und hat ihn bis heute beibehalten.

ZEITMOSAIK

Das neueste Handbuch der Vereinten Nationen befaßt sich unter anderem mit der Sicherung kultureller Werte im Falle eines Atomkrieges und geht dabei von der Feststellung aus, daß alles ungeschützte Kulturgut völlig vernichtet werden würde.

Sachsen: Die atheistischen Brötchen

Da verließ ein aufgeweckter sächsischer Junge aus der Robert-Schumann-Stadt Zwickau zu Ostern die Schule und wünschte sich nichts sehnlicher, als Bäcker werden zu dürfen.

Sachsen: Gebrochenes Bindeglied

Wie eine Arche Noah des deutschsprachigen Buches steht das gewaltige Gebäude der Deutschen Bücherei beim Leipziger Messegelände.

Niedersachsen: Mahnmal aus eigener Tasche

Unvermittelt stößt der Wanderer in den Kieferwaldungen des Solling auf eine fast einen Kilometer lange Schneise – auf eine Schneise, die nicht von den Waldarbeitern geschlagen worden ist.

Baden-Württemberg: Statt eines Urteils

Der Kidnapper-Prozeß in Stuttgart wird nicht stattfinden. An Stelle eines Urteils gab es ein Begräbnis. Nach dem Abschluß der polizeilichen Ermittlungen hat sich der Entführer, Erpresser und Mörder Tillmann in seiner Zelle erhängt.

Würde am Volant

Ein Werkstudent, der sich in München als Taxifahrer verdingt hatte, geriet in Konflikt mit der Obrigkeit. Er hatte gegen die Kleidervorschrift in der Kraftdroschkenverordnung verstoßen, nach der er einen dunklen Anzug und eine Mütze zu tragen gehabt hätte.

Hamburg: „Lichter Kämpfer“ vor dem Richter

Der Grund, warum der 1883 geborene Main, der das behauptet, dieser Tage vor dem Hamburger Amtsgericht stand, war eben jener Brief, den er vor einigen Wochen an Willy Haas, den Senior-Kritiker der WELT, geschickt hat.

Kapitalmarkt - sonst Miteigentum

In der Bundesrepublik werden seit einiger Zeit Überlegungen darüber angestellt, wie die in den Nachkriegsjahren übermäßig in’s Kraut geschossene Selbstfinanzierung auf ein normales Maß heruntergedrückt werden könnte.

Die Botschaft hör ich wohl

Man kann bei dem Willen zu objektiver Wertung aus dem Stuttgarter Parteitag der SPD kein vereinfachendes Resümee ziehen. Der Vorstand sah sich mehrmals in die Defensive gedrängt.

Handelspolitik als Motor des Anti-Amerikanismus

In diesen Wochen wird der Kongreß der Vereinigten Staaten über die Verlängerung des „Reciprocal Trade Act“ zu beschließen haben, nachdem das „House Committee on Ways and Means“ als die zuständige Kommission des Repräsentantenhauses die Beratungen des Regierungsentwurfs abgeschlossen hat.

Schildbürgereien...

Der Bundesrat hatte auf seiner letzten Sitzung in Berlin auch einem Gesetzentwurf zuzustimmen, der aus den bereits 1954 und 1956 unterzeichneten deutsch-jugoslawischen Abkommen über die Donauschiffahrt und die Zollbehandlung der Donauschiffe die Konsequenzen zieht.

Diskontsenkung kein Expansionssignal

Wieder einmal war die Senkung des britischen Diskontsatzes seit langem erwartet worden. Trotzdem hat es die Bank of England auch diesmal verstanden, den Zeitpunkt überraschend zu wählen.

Ruhigere Spekulation um Aufstockungs-Aktien

Seit August 1957 sind die Kurse auf dem Aktienmarkt ziemlich stetig gestiegen. Der Kursindex des Statistischen Bundesamtes (Ende 1953 – 100) erreichte im Durchschnitt des Monats April 1558 einen Wert von 210,3.

Bayer: Der heiße Brei der Ertragskraft

Die auf der Hauptversammlung der Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen, geäußerte Kritik eines Aktionärs lautete: „Sie waren sehr höflich und sehr diplomatisch und haben geredet, wie die Katze um den heißen Brei!“ Sie war an die Verwaltung des Unternehmens gerichtet.

Im Fernen Osten aktiver

Der Handelsverkehr der Bundesrepublik mit der Volksrepublik China ist im vergangenen Jahr erstmalig wieder auf eine vertragliche Basis gestellt worden.

Wortentzug bei Hoechst

Der Vorstand der Farbwerke Hoechst AG, vormals Meister Lucius & Brüning, bemüht sich seit langer Zeit um Publizität und damit um die Schaffung eines Vertrauensverhältnisses zwischen Verwaltung und den Aktionären.

Wasag verdiente gut in Kunststoffen

Die im Vorjahr begonnene Konzernstraffung bei der Wasag-Chemie AG, Essen, hat im Geschäftsjahr 1957 (31. 12.) die ersten in Mark und Pfennig auszudrückenden Früchte getragen.

Südafrika: Gegen den Strom!

XX. Wohin rollst du, Globus? – Ist die „Würde des weißen Mannes“ noch zu retten? – Von Karatschi nach Kapstadt

Kulturfilm wird aktuell

In Mannheim wurde zum Optimismus geblasen. Noch tönte keine Fanfare. Ein Waldhorn nur sang sanft, aber tröstlich die Melodie: „Es geht aufwärts mit dem Kulturfilm.

Schwarze Diplomatie

Mein Freund Derrick G. kaufte sich ein Auto, weil gebrauchte Wagen billig wie Sandwichs sind. Derrick war bis dahin ein unscheinbarer Fußgänger, ein durch keine Seekrankheit unterzukriegender Bus-Benutzer, ein Untergrundbahnfahrer aus Leidenschaft.

Wir finden gut...

... daß die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände in Bonn auch für Brote unter 250 Gramm eine Gewichts Vorschrift fordert, weil unter dem gegenwärtigen Brotgesetz oft sogenannte „Schrumpfbrötchen“ angeboten würden.

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