Die AG „Weser“ in Bremen, die auch über den Rahmen der Bundesrepublik hinaus zur Spitzengruppe im Schiffbau zählt, konnte im Geschäftsjahr 1957 ihren Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr erneut steigern. In der Abteilung Schiffbau wurden insgesamt 26 Einheiten mit knapp 238 000 tdw abgeliefert, gegenüber 28 Schiffen mit etwa 180 000 tdw im Vorjahr. Nach Tragfähigkeitstonnen gemessen, entspricht das einer Steigerung um rund 30 Prozent. Auch der Umsatz in der Abteilung Schiffsreparatur konnte erhöht werden. Das zufriedenstellende Ergebnis findet seinen Niederschlag einmal in der Stärkung der freien Rücklagen um drei Mill. DM auf 10,83 Millionen DM, daneben in der erhöhten Dividendenzahlung. Auf 14,85 Mill. DM Stammaktien – zu 83 v. H. in Händen der Fried. Krupp AG in Essen – werden 8 (6) v. H. und auf 3,15 Millionen DM Vorzugsaktien 9 (7) v. H. Dividende ausgeschüttet.

Die Stärkung der Rücklagen ist insbesondere deshalb erforderlich geworden, weil die AG „Weser“ als ein besonders hart von Krieg und Kriegsfolge getroffenes Unternehmen einen unvergleichlich schwierigeren Start als die Masse der übrigen Werften hatte. Dieser ungünstigen Ausgangsbasis mußte Rechnung getragen werden. Was andere Werften sich an Polstern für die Zukunft schaffen konnten, ist selbst mit der Zuführung der genannten drei Millionen DM an die Rücklagen bei weitem noch nicht erreicht. Mit einer entsprechenden Äußerung wandte sich in der HV der stellvertretende AR-Vorsitzer Dr. Peter Burkhard gegen die Anregung eines Aktionärs, 12 v. H. auszuschütten.

So günstig sich der Abschluß der AG „Weser“ für 1957 ausnimmt, so unsicher zeigt sich die zukünftige Entwicklung. Wie im Schiffbau allgemein, so gingen auch bei der AG „Weser“ Neubauaufträge in geringerem Umfang als in den Vorjahren ein. Eine Umkehr dieser Entwicklung ist im Berichtszeitraum noch nicht zu erkennen. Bei der AG „Weser“ ist der Auftragsbestand per Ultimo 1957 auf Grund der rückläufigen Neubauabschlüsse gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Immerhin liegt er noch etwa an der l-Mill.-tdw-Grenze. Wertmäßig würde ein solcher Orderbestand mit rund eher Mrd. DM zu veranschlagen sein. Aber das ist eine bloße Schätzung denn wie auch die übrigen Werften hat du AG „Weser“ davon abgesehen, in diesem Jahr ihren Auftragsbestand offenzulegen. Sml.