Von der erhöhten Konsumbereitschaft im Jahr 1957 hat vor allem die westdeutsche Schuhindustrie profitiert. Der Produktionszuwachs dieses noch vor wenigen Jahren als vernachlässigt angesehenen Industriezweiges lag weit über der Produktionszunahme der traditionellen Verbrauchsgüter. Entsprechend verlief auch die Geschäftsentwicklung der Salamander AG, Kornwestheim, die 1957 trotz einer von 32 000 auf 38 500 Paar Schuhe erhöhten Tagesproduktion ihrer fünf Werke die Nachfrage nicht voll befriedigen konnte. Die gesamte Schuhproduktion der Gesellschaft stieg von rund 8,5 auf 9,2 Millionen Paai Schuhe. Ähnlich erging es der Tochtergesellschaft J. Mayer & Sohn Lederfabrik AG, Offenbach, die durch Erreichen der Kapazitätsgrenze die gute Marktlage nicht voll ausnutzen konnte. Der Gesamtumsatz des Unternehmens einschl. der Tochtergesellschaften nahm von 315 auf 347. Mill. DM zu. Der Umsatz ohne Tochtergesellschaften stieg um 7,7 v. H. atf rund 254 Mill. DM. Auch im Export konnte das Unternehmen neue Erfolg; verbuchen, wenn auch die Exportquote mit 2,5 v. H. knapp auf der Vorjahreshöhe blieb, da einer weiteren Ausdehnung vor allem auf dem nordamerikanischen Markt empfindliche Rückschläge in Frankreich und, dem Saargebiet infolge staatlicher Importeinschränkungen gegenüberstanden. So hat sich der Anteil der europäischen Länder am Salamander-Export von 74 auf 70 v.H. vermindert, während sich der Anteil Amerikas von 22 auf 27 v. H. erhöhte.

Das Anwichsen der Nachfrage hat die Gesellschaft im Berichtsjahr veranlaßt, die nach voller Ausnutzung der Kapazitätsreserven notwendig gewordene Betriebserweiterung zur Sicherung des Marktanteils zu beschleunigen und dann zunächst abzuschließen. Dabei wurde die bisherige Politik der Ausweitung ohne Schaffung neuer Kapazitäten konsequent weiterverfolgt. So wurden zwei Schuhfabriken in Pirmasens erworben, die Betriebsnutzung einer Fabrik in Walfischbach vertraglich sichergestellt und ein langfristiger Liefervertrag mit einer Speyer Schuhfabrik geschlossen. Ferner wurde die Zahl der Steppereibetriebe um zwei auf drei erhöht und durch Umorganisation, Rationalisierung und Ausbau der Bandfertigung die Tagesproduktion mit Beginn dieses Jahres auf 42 000 Paar erhöht. Insgesamt wurden für Investitionen 11,87 Mill. DM aufgewandt nach 11,76 Mill. DM im Jahr 1956.

Damit ist die Gesellschaft nunmehr in der Lage, ihre Marktchancen in diesem Jahr, in dem der Umsatz bereits weiter gesteigert werden konnte, besser wahrzunehmen. Wenn auch die Salamander AG in diesem Jahr mit einer Beruhigung der Konjunktur in ihrer Branche recinet, so erwartet sie doch auf Grund der Lohn- und Gehaltserhöhungen eine weiterhin gute Nachfrage nach Schuhen und eine unverändert gute Ertragslage. Für 1957 soll eine von 9 auf 10 v. H. erhöhte Dividende verteilt werden, nachdem die Rücklagen weiter um 2,0 (2,5) Mill. DM auf 31,68 Mill. DM bei einem Grundkapital von 32 Millionen DM) verstärkt wurden. Die Anlagen haben sich von 26,61 auf 31,40 und die Beifügungen infolge Kapitalerhöhungen von 9,42 am 12,80 Millionen DM erhöht. Die Bilanzsumme wuchs auf 135,61 (117,65) Mill. C. D.

Die Vorsorge Lebensversicherungs – AG., die der Victoria-Gruppe angehört, hat den Jahresabschluß 1957 verabschiedet. Die HV beschloß für das Geschäftsjahr 1957 eine Dividende von 10 v. H. auf das voll eingezahlte Grundkapital von 2 Mill. DM. Außerdem wurde die Erhöhung des Aktienkapitals um 1 Mill. auf 3 Mill. DM beschlossen. Die Gesellschaft konnte ihren Versicherungsbestand in 1957 auf 941 (865) Mill. DM Versicherungssumme erhöhen. An dem Aufschwung, den die deutsche Lebensversicherung in Auswirkung der Rentenreform erfahren hat, konnte die Gesellschaft bei der Eigenart ihrer hauptsächlich auf das Kleinlebensgeschäft ausgerichteten Außenorganisation nicht teilnehmen.