Der Gründer der ‚Moralischen Aufrüstung‘, Dr. Frank N. D. Buchman, sagte an seinem 80.Geburtstag (4. Juni) in einer Rede, die von vielen amerikanischen Sendern verbreitet wurde: „Heute nehmen die Menschen das Chaos einfach hin und leben darin. Welch eine Revolution wäre es, wenn die Staatsmänner jeder Nation zur Oberzeugung kämen, daß Gott die Antwort auf alle Fragen hat! Rußland startete einen Satelliten, der einen Hand mit sich führte. Die ganze Welt spitzte die Ohren, um den Hund zu hören... Wollten wir Gott unsere Ohren öffnen, könnten wir die Verwirrung auf der Erde einfach beenden...“

Daß im Deutschland des Dritten Reiches kein Podium für einen Mann sei, der solche Lehre verkündete, ist nur allzu verständlich. Und doch war es in Deutschland, im Schwarzwald, wo der ungebetene Gast im Frühjahr 1938 bei langen Spaziergängen den Entschluß und die Organisationsform für eine Bewegung fand, die als Moralische Aufrüstung weltumspannend werden und besonders bei den farbigen Völkern Einlaß finden sollte. Übrigens war Buchman einer der wenigen, die während des Krieges in Amerika die Stimme dafür erhoben, daß die Begriffe Nationalsozialismus und Deutsches Volk zu trennen seien. Er war unter den ersten, die nach 1945 Kontakt zu den Deutschen aufnahmen. Wenn Frank N.D.Buchman – einer jener Alten von unverwüstlicher Aktivität und Gesundheit – im Spätsommer nach Europa und Deutschland kommt, darf er darauf rechnen, herzlich empfangen zu werden: als ein großer Organisator und gläubiger Mensch in ängstlicher Zeit. J. M.-M.