Der Deutsche-Aero-Club veranstaltet auch in diesem Jahre seinen großen Deutschlandflug. Anfang Juli wird er in Braunschweig gestartet werden. Aber schon jetzt wird alles versucht, um die tatkräftige Hilfe der Öffentlichkeit zu gewinnen, ohne die sich der Flugsport bei uns kaum am Leben erhalten könnte. Er genießt leider noch nicht die großzügige Förderung, die anderen Sportarten allein schon durch Fußballtoto und Lotto zuteil wird.

Die verschiedenen Bekanntmachungen der örtlichen Sportverbände, die zu dem Deutschlandflug 1958 herausgegeben werden, erinnern immer wieder an sein großes Vorbild aus dem Jahre 1911, in dem angeblich unter dem Namen „Deutscher Rundflug“ zum ersten Male in Deutschland ein fliegerischer Wettbewerb ausgetragen wurde. Da sich diese Behauptung auch in den offiziellen Kommentaren des Aero-Clubs findet, sei darauf hingewiesen, daß jener Rundflug als der „B. Z.-Preis der Lüfte“ ausgeschrieben und organisiert wurde und so auch gerechterweise in die internationale Geschichte der Fliegerei eingehen sollte. Zustande gekommen war er allein dank der Großzügigkeit des Berliner Verlages Ullstein, als sich der Plan eines europäischen Rundfluges Paris – Berlin – Brüssel – London wegen der Stellungnahme französischer Zeitungen gegenüber Deutschland nicht verwirklichen ließ, stellte Ullstein kurzerhand seine für die deutsche Streckenorganisation gestifteten 100 000 Mark für einen „Deutschen Rundflug um den B. Z.-Preis der Lüfte 1911“ zur Verfügung. Damit wurde die beabsichtigte Ausschließung Deutschlands aus der internationalen Konkurrenz und die Behinderung des deutschen Flugwesens wirkungslos gemacht.

Im Jahre 1925, vierzehn Jahre später, als wieder deutsche Flieger an zwischenstaatlichen Wettbewerben nicht teilnehmen konnten, wurde durch den „B. Z.-Preis 1925“ die deutsche Fliegerei erneut zum Leben erweckt. 54 Piloten nahmen an diesem Rundflug teil, dessen Organisation für alle späteren ähnlichen Veranstaltungen maßgeblich blieb. Sie flogen auf ihren Klein- und Kleinstflugzeugen über 5000 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland. Fast 200 000 Mark wurden wiederum von dem Verlag gestiftet, denen gegenüber sich die von der Reichsregierung gestifteten Preise sehr bescheiden ausnahmen, zumal der Ullstein-Verlag auch alle Organisationskosten trug. Vielleicht erinnert man sich jetzt, während ein neuer deutscher Rundflug gestartet wird, wieder einmal dieser vorbildlichen Förderung eines schönen Sportes, durch Männer, die schon vor über vierzig Jahren an die Zukunft der Fliegerei, geglaubt haben. w. f. k.