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Als die Queen Victoria 1901 starb und Eduard VII. den englischen Thron bestieg, war er bereits sechzig Jahre alt und hatte jahrzehntelang auf aktive politische Betätigung warten müssen. Seine Mutter hatte ihn geflissentlich von allen Geschäften und Aufgaben ferngehalten, und das Resultat war ein Prinzenleben mit allzuviel Vergnüglichkeiten und allzuwenig Befriedigung. Daß er aber politisch sehr klare und durchdachte Vorstellungen und Ziele hatte, bewiesen die neun Jahre seiner späten Herrschaft. In dem Buche der amerikanischen Journalistin

Virginia Cowles: "Der lebenslustige König"; H. Scheffler Verlag, Frankfurt; 368 Seiten, 16,80 DM

wird dem Leser eine reiche Ausbeute an mehr oder weniger amüsantem Hof- und Gesellschaftsklatsch dargeboten, wobei man zum Beispiel auch erfährt, was und wieviel Eduard VII. zu Tages- und Nachtzeiten an Leckerbissen zu konsumieren vermochte. Es war in der Tat beträchtlich; das Buch hingegen ist es im übrigen leider nicht.