Wer sich begrenzt, vollendet seine Spur,

wer trägt, damit es nicht das Sein verletze,

verzögernd sich, den sammelt die Natur,

den Schweigenden erhalten die Gesetze.

Am Ende der Tage steht ein "großer schweigender Mann": "ein Volk, das untergeht, muß Lieder singen" – in der Anerkennung der Fatalität liegt Wert und Würde des Menschen.

So zeigen die "Primären Tage", zeigt die Ährenlese auf gemähtem Feld noch einmal den ganzen Benn ... jenen einzigen Dichter, dessen Werk unsere Wirklichkeit, Traum und Erinnern, Wachen und Gegenwärtigkeit, im Medium einer Sprache von unvergleichlich melancholischer Präzision zu entschleiern vermochte.

Man kennt Benns Bewunderung für den Tiger Clemenceau. Wer weiß: vielleicht war er so etwas wie ein Clemenceau der Sprache; denn fast scheint es am Ende der "Primären Tage", in denen sich noch einmal die Welt der Méditerranée als Inkarnation des Menschlichen und Europa als Gleichnis seiner Grenze und Größe vorstellt, als hätten auch über Benns Leben die Worte gestanden: "Mit dem Blick auf das Ende ist das Leben schön."