Sardinien – hier, wo so viel Leben zum Drama wird, wo die ganze Natur und der Himmel ein Drama ist“ – sagt einer der vierzehn Menschen, die in dem Roman ihre Geschichte erzählen:

Margareta Suber: „Die Himmelsinsel“; Karl Rauch Verlag, Düsseldorf; 192 S., 9,80 DM.

Jede dieser vierzehn Geschichten ist ein Drama, voll von Liebe, Rache, List, Weisheit und Tod. Man kann diese Geschichtensammlung, die kunstvoll verstrickt ist wie ein Sonettenkranz – eine der Personen jeder Episode wird zum Erzähler der nächsten – nur als Roman bezeichnen, wenn man Sardinien, diese Himmelsinsel, als eigentlichen Helden des farbigen und fabulierfreudigen Buches betrachtet..

Es ist ein Heimatbuch im besten Sinne, denn es stellt klar und eindeutig die Bewohner einer typischen und unverwechselbaren Landschaft in ihren mannigfachen Ausdrucksformen dar. Weder erhöht das Buch ihr Schicksal, noch verfälscht es das Bild dieser Insel zwischen vitalem Heidentum und romanischer Frömmigkeit ins Touristen-Sentimentale. Dazu trägt auch die bildhafte Übersetzung von Thyra Dohrenburg bei.

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Die Geschichte seiner Familie erzählt: Mario Tobino: „Signora Maria“; Claassen Verlag, Hamburg; 158 S., 9,80 DM.

Es ist eine große Familie, und Tobino hilft dem Leser nicht im geringsten, sich zwischen alten Tanten, dekadenten Hagestolzen und anderen Sonderlingen besonders rasch zurechtzufinden. Erinnerungsbilder und Episoden der Gegenwart wechseln einander gravitätisch ab, bis deutlich wird, daß es Tobino weniger um Signora Maria, seine Mutter, geht, als um sich selbst.