Nach dem bemerkenswerten Einbruch im Jahre 1956 hat die Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG, Wuppertal-Elberfeld, im vergangenen Jahr wieder zufriedenstellend abgeschnitten. Die Ausweitung des Geschäftsvolumens des Stammmhauses Glanzstoff seit 1952, die nur durch den speziell bedingten Vorjahreseinbruch bei der Kordreyonsparte unterbrochen wurde, hat sich 1957 in Produktion, Versand und Umsatz weiter fortgesetzt. Der Gesamtumsatz lag zwar mit 382,7 (348,6) Mill. DM um 10 v. H. über dem des Vorjahres, aber immer noch unter dem Umsatz von 1955 (391,7), der vermutlich erst im laufenden Geschäftsjahr wieder erreicht wird. Im ersten Vierteljahr 1958 liegt der Wertumsatz bereits um 4 v. H. höher als im Vergleichszeitraum 1957. Das Unternehmen betont, daß die Produktionsdaten der Textilindustrie und der Reifenindustrie sowie die intensiven Exportbemühungen für die Umsatzausweitung entscheidend waren.

Diese Erhöhung konnte allerdings bei durchweg sinkenden Verkaufspreisen nur durch eine Versandmengensteigerung von fast 15 v. H. erreicht werden. Die Produktionskurve weist steil aufwärts. Im Stammhaus – mit den drei Glanzstoffwerken Oberbruch bei Aachen, Obernburg und Elsterbach an Main – betrug die Produktionsleistung bei voll ausgelasteten Kapazitäten 43100 (39 800) t und lag damit auch über dem bisherigen Höchststand des Jahres 1955 (41 500 t). Trotz ständiger Qualitätsverbesserung und einer Differenzierung der Produktionsprogramme auf mehr als 220 Sorten und Aufmachungsarten ist der Produktivitätsfortschritt des Glanzstoffhauses beachtlich. Seit 1952 haben sich die Verkaufspreise um 35 v. H. ermäßigt, gleichzeitig aber sind die Arbeitsentgelte um 44 v. H. gestiegen. Hier hat der Verbraucher voll an den Vorteilen der Mengenkonjunktur teilgenommen, die für die ganze Glanzstoffgruppe charakteristisch ist. Die gesamte Gruppe – bestehend aus der Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG mit drei eigenen Werken, der Spinnfaser AG in Kassel und der J. P. Bemberg AG mit ihrem Barmer Spinnwerk und die Glanzstoff-Courtaulds GmbH in Köln – erzielte 1957 einen konsolidierten Wertumsatz von 671 Mill. DM gegenüber 645 im Jahre 1956. An der Vergrößerung des konsolidierten Wertumsatzes sind der Inlandumsatz und der Auslandabsatz im gleichen Verhältnis beteiligt. Die Exportquote beläuft sich auf 21 v. H.

In dem im Berichtsjahre wieder zufriedenstellenden Geschäftsergebnis, so heißt es im Geschäftsbericht, habe sich eine teilweise Umschichtung innerhalb der Versandmenge zugunsten von ertragsgünstigeren Erzeugnissen vorteilhaft ausgewirkt. Außerdem sind durch die Produktions- und Umsatzsteigerung Kostendegressionen voll zum Tragen gekommen. Weitere Kostensenkungen konnten auf Grund von Rationalisierungsmaßnahmen erreicht werden.

Die Ertragsaussichten im laufenden Geschäftsjahr werden von der Gesellschaft mit Vorbehalt beurteilt. Die konjunkturelle Entwicklung sowohl der Textilindustrie als auch der Reifenindustrie weist z. Z. Nachfrageabschwächungen auf. Besonders auf die Produktion und den Versand von Textilreyon und Kordreyon als Rohstoff für die Reifenherstellung wirkt sich die unübersichtliche Lage in diesen beiden Industriezweigen aus. Die synthetischen Fäden und Fasern des Konzerns haben, wie es heißt, ihre Marktposition auch im laufenden Geschäftsjahr weiter festigen können. Der Hauptversammlung am 2. Juli wird vorgeschlagen, eine Dividende von 10 v. H. und einen Bonus von 2 v. H. auf 90,1 Mill. Stammaktien und 6 v. H. auf 100 000 DM Vorzugsaktien zu zahlen. nmn.

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Die Berliner Handels-Gesellschaft, Berlin/Frankfurt/M., hat eine Beteiligung an der Society Congolaise de Banque „Socobanque“ übernommen, die vor allem in Belgisch-Kongo arbeitet. Das Kapital der „Socobanque“ beträgt 100 Mill., cfr, die Bilanzsumme rd. 1,2 Milliarden cfr. Der Geschäftsinhaber der BHG, Ottomar G. von Plottnitz, ist in den Aufsichtsrat der „Socobanque“ eingetreten.