Bei Hochwasser fließt der Rhein unter den Balkons des Kurhotels in Niederbreisig vorbei, sonst kommt ein sauberer Kiesstrand zum Vorschein, an dem recht beachtliche Wellen aufbranden, wenn Schleppzüge und weiße Dampfer rheinaufwärts fahren. Dieses Schauspiel bietet sich auch dem Gast, der auf der gedeckten, großflächig verglasten Terrasse sein Mittagessen einnimmt.

Hier wirkt der Rhein besonders majestätisch – weniger romantisch als bei der Lorelei, nicht so lieblich wie an den Inseln der Rheingaustrecke. Man sieht von Niederbreisig aus stromaufwärts bis zu dem Bergklotz von Hammerstein, hat die Kirchtürme von Rheinrohl und Bad Hönningen vor sich, bewundert die Weinberge am Schloß Arenfels, das den Grafen von Westerholt gehört und dreihundertfünfundsechzig Fenster haben soll – so viel, wie Tage im Jahr.

Es fällt nicht schwer, sich im Kurhaus von Niederbreisig zu Hause zu fühlen. Die Zimmerpreise, vor allem auch die Wochenend-Pensionspreise, sind keineswegs hoch. Besonders reizvoll ist die enge Verbindung des Hauses mit den Badeanlagen: dem Thermalfreibad, dem Badehaus und dem Trinkbrunnen des Ludgerus-Heilsprudels. Von der Hotelhalle aus betritt man den verträumten kleinen Kurpark, wo jetzt die Wiesenblumen blühen.

Zu den Spezialitäten von Küche und Keller, zählen die Champignons in vielerlei Zusammenstellung, die Spitzengewächse des Weins aus Piesport, Ürzig, Nierstein und Walporzheim, die Käseplatten, bei denen, entsprechend der geographischen Lage dieses Hauses, ein goldener Schnitt zwischen der Schweiz und Holland hergestellt ist,

Wenn er einen Feldstecher bei sich hat, kann der Gast das Treiben auf dem gegenüberliegenden rechten Rheinufer beobachten, auf dem sich Campingfreuden und -leiden abspielen. Wenn dann der Regen zufällig in einen Wolkenbruch übergeht, bedauert man nicht nur die Camper, sondern fühlt sich erst recht in Niederbreisig zu Haus“.

Dd

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Es gibt noch Wanderer! Das Deutsche Jugendherbergswerk widerlegt das „Märchen vom letzten Fußwanderer“. Im Bundesgebiet gibt es jetzt 717 Jugendherbergen (vor dem Krieg im selben Gebiet 1100) mit 69 000 Betten. Der Bestand an Herbergen und Betten reicht jedoch nicht aus, so daß im vergangenen Jahr vielen Hunderttausend Absagen gegeben werden mußten. Im Augenblick befinden sich 14 Jugendherbergen im Bau. Das Deutsche Jugendherbergswerk gab ferner bekannt, daß das Schlafgeld für Jugendliche und Erwachsene auf 1,– DM und 1,40 DM erhöht werden mußte. Die neuen Gebühren werden ab 1. Oktober erhoben.