Gott sei Dank ...

Die sowjetzonale Intelligenzzeitung Sonntag beklagt sich in ihrer letzten Nummer über undisziplinierte Redewendungen der SED-Mitglieder. Als Beispiel berichtet sie von dem Rechenschaftsvortrag eines Betriebsgewerkschaftsleiters, in dem es hieß: "Wir haben mit den Kollegen gesprochen, haben sie überzeugt, und deshalb schicken sie ihre Kinder nicht zur Konfirmation, sondern zur Jugendweihe–das haben wir, Gott sei Dank, erreicht!"

Beamten-Kunst

In Paris gibt es gegenwärtig eine reichbeschickte Ausstellung von Gemälden und Zeichnungen zu sehen, deren Schöpfer Staatsbeamte aus sieben europäischen Ländern sind. Dabei zeigen sich die Diener einer abstrakten Idee außerdienstlich allem Abstrakten abhold. Sie bevorzugen das Gegenständliche in Stilleben, Landschaften, Porträts und Akten – Akten, die nicht einfach abgelegt werden. Ketzerische Vermutungen hinsichtlich der Entstehungszeit dieser Werke sind zurückzuweisen.

Gemisse Neandertaler

In einer Schlucht des Altaigebirges haben russische Archäologen eine Felsenhöhle entdeckt und darin allerlei Geräte gefunden, die von Urmenschen auf der Neandertaler-Stufe hergestellt wurden. Aus der Vollkommenheit dieser Geräte schließen die russischen Gelehrten, daß der Neandertaler ein viel klügerer Mensch, ein weit höher entwickeltes Lebewesen gewesen sei, als von "gewissen Wissenschaftlern" angenommen werde. Es ist nicht klar, ob die russischen Archäologen mit dieser neuen Erkenntnis sich selber oder nur "ihren" Neandertaler als klüger hinstellen wollen.

Das andere Geschlecht

Eine Umfrage in Budapest hat ergeben, daß 43 Prozent der männlichen Schuljugend in der ungarischen Hauptstadt eine Vorliebe für leichte Unterhaltungsmusik entwickelt hat, während die Mehrzahl der Mädchen seriöse Musik vorzieht. Woraus sich ergibt, daß man in Ungarn die Mädchen vorziehen sollte.