pk Hannover

Was für Offenburg der Studienrat Zind, war für Niedersachsen der Lehrer Fernau aus Himmelreich im Kreis Neustadt am Rübenberge. Die Parallelität der Fälle ist, erschreckend.

Fernau hatte im Februar im Geschäft des Friseurmeisters Knospe im Flecken Mandelsloh – wo Fernau seit 1956 an der Volksschule einige Dutzend Kinder unterrichtete – krasse antisemitische Äußerungen gemacht. So meinte er im Hinblick auf ein Konzentrationslager der Nazizeit, die Insassen hätten sich „dick und fett gefressen“. Und überhaupt seien „zu wenig Juden vergast“ worden. Dem Einwand des Friseurs, daß Juden auch Menschen seien, setzte Fernau ein entschiedenes „eben nicht“ entgegen.

Weniger entschieden hat er sich jetzt vor der Zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Hannover gezeigt. Er versuchte nicht nur, seine Äußerungen aus dem Februar zu bestreiten, sondern bemühte sich sogar, sie nachträglich dem Friseurmeister Knospe in den Mund zu legen. Als das nicht gelang, verlegte er sich darauf, das ganze als „Friseurgequatsche“ abzutun.

Das Gericht kam zu der Ansicht, der Angeklagte Fernau hätte sich der Schwere der ausgesprochenen Beleidigungen auf Grund seines Wissensgrades bewußt sein müssen. Als Sühne verhängte es vier Monate Gefängnis. Die Vollstreckung der Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Bewähren kann sich Fernau indes nicht mehr in der Schule. Der Regierungspräsident in Hannover hat die Entlassung des Lehrers Fernau aus dem öffentlichen Schuldienst des Landes Niedersachsen angeordnet.