Wenn auf den Wogen der Massenkundgebungen die Gischt der Transparente schäumt, bewegt vom Winde, den die Redner machen – das nenne ich mir Freilichttheater mit modernsten Geschäftsmethoden: der mögliche Profit für die Produzenten, das eventuelle Defizit zahlt die Komparserie.

*

Wenn der Sex nicht aufhört, mit seiner Langweiligkeit die Laster zu diskreditieren, sehe ich schwarz für die Tugend – sie wird sich so wenig zu verteidigen haben, daß sie eines Tages bis zur Impotenz geschwächt ist.

*

Was für ein Tag – und er kann kommen – an dem die Arbeiterklasse, wie jede herrschende Klasse, von den Völkern für ihre Diktatur und ihre Diktaturgelüste zur Rede gestellt wird und sich herausstellt, daß kaum „in Arbeiter dieser herrschenden Klasse angehört hat, und alle diejenigen, die geherrscht haben, mit glatten, feinen Händen, die sie bereitwillig vorzeigen werden, nachweisen, daß sie niemals an irgendeiner Werkbank gestanden und, logischerweise, also auch nie der Arbeiterklasse angehört haben, die man wahrhaft für alles verantwortlich machen müsse, was in ihrem Flamen geschehen sei.

*

Moral und Fortschritt, ich weiß es, sind gegen die Blumenmädchen – und trotzdem, man verzeihe mir, scheint es mir manchmal, als ob einige Weltanschauungen angenehm verdünnt, einige Kriege unterblieb ben sein könnten, wenn die kompetenten Herren sich aus etwas lieblicheren Gründen hätten als Helden fühlen können.