Die entscheidende Schwäche des Ministerpräsidenten: Nicht immer umgibt er sich mit den richtigen Leuten. Selwyn Lloyd, den er nach der Suez-Krise im Amt beließ, um den rechten Flügel zu beschwichtigen, ist noch immer Außenminister. Und Lord Hailsham, den er vor einem halben Jahr mit dem Vorsitz der Konservativen Partei betraute, damit er Leben in das Denken der Tories bringe, hat sich als Fehlbesetzung erwiesen. "Natürlich ist Hailsham ein höchst brillanter Mann", meinte neulich einer seiner Kollegen, "aber fatalerweise kostet er uns jedesmal, wenn er den Mund auftut, hunderttausend Stimmen..."

So gleicht die konservative Regierung im Augenblick einer Sandburg, die von der Flut nach und nach weggeschwemmt wird. Aber es scheint freilich keine sozialistische Flut zu sein, denn die Labour Party hat ihre Stellung bisher noch nicht verstärken können, obwohl die der Konservativen immer schwächer wird.

Und so ist es trotz allem noch keineswegs ausgeschlossen, daß Harold Macmillan die nächsten Wahlen doch gewinnt. Michael Davie