Am 1. Juli soll nach dem Willen des Bundestages ein neues Güterrecht zwischen Eheleuten in Kraft treten. Erwirbt ein Ehegatte während der Ehe Vermögen, so muß er es bei Auflösung der Ehe mit seinem Ehegatten teilen. Das Gesetz nennt dies: „Zugewinngemeinschaft“.

Eine Umfrage bei mehreren Handelskammern hat ergeben: Viele Kaufleute und ihre juristischen Berater halten diesen neuen ehegesetzlichen Güterstand für bedenklich, weil er manche Handlungen von der Zustimmung des Ehegatten abhängig macht; das Geschäftsleben wird schwieriger.

Wie die noch nicht erprobten neuen Bestimmungen bei Tod oder Scheidung wirken, werden erst die Gerichte, nach vielen Prozessen, sagen.

Wer eine neue Ehe schließt, kann Gütertrennung vereinbaren und So die unter Umständen lästigen Folgen des neuen Gesetzes meiden. Wer verheiratet ist, kann noch bis zum 30. Juni 1958 durch eine vom Notar oder Gericht zu beurkundende Erklärung an das Amtsgericht des Wohnsitzes des Mannes die Gütertrennung erreichen. Es genügt die Erklärung eines Ehegatten.

Alle Banken und Sparkassen halten ausführliche Schriften bereit, aus denen sich jeder über seinen besonderen Fall unterrichten kann. C.