o. f., Hamburg

Die Bundeswehr hat schuld, wenn wir Schießbudenbesitzer pleite machen. Zumindest unsere Konjunktur ist jetzt beendet.“ Der dies sagt, macht dabei ein sauertöpfisches Gesicht, als sei er selber die sprichwörtliche Schießbudenfigur. Nicht etwa, als ob die jungen Wehrpflichtigen sich mit der „Knarre“ nun hinlänglich auf den Schießplätzen austobten und damit als gute Kunden ausfielen – nein, in Scharen – und stolz in adretter Uniform – strömen sie, wenn „Rummel“ ist, aus den Kasernen herbei, um ihre neuerlernte Schießkunst flott zu beweisen.

Papierblümchen verschmähen sie natürlich, auch auf Püppchen (wenigstens auf die in der Bude) sind sie nicht scharf. Alle ihre Scharfschützenkunst verwenden sie allein auf die großen Löwenbabys. Schnelle Treffer für wenige Groschen – und wenn die uniformierten Schützen wieder zur Kaserne streben, ist keiner darunter, der nicht einen Löwen unterm Arm trüge.

Und eben das ist es, was den Schießbudenmännern arge Sorgen bereitet: Löwenbabys und große Teddybären kosten (im Einkauf) mehrere Mark. Der Gewinn ist gering und die Treffsicherheit der jungen Leute leider (leider?) allzu groß. „Wie gleich nach dem letzten Krieg“, sagt der Budenmann, „aber damals gab es ohnehin nur Papierblumen, und später hatten sie’s alle wieder verlernt“.

Was tun? Ohne Löwenbabys kommt eben kein „verehrtes Publikum“ mehr; und das Visier zu verstellen oder den Lauf leicht zu krümmen – das ist eines ehrlichen Schießbudenbesitzers nicht würdig. Also Schießverbot für Bundeswehrangehörige? Das wäre wohl ein bißchen zu hart.

Unser Vorschlag: Doppelte Preise für gelernte Schützen. Die jungen Herren bekämen ihre Löwenbabys schließlich auch dann immer noch billig genug...