Die „Nordsee“ Deutsche Hochseefischerei AG, Bremerhaven – das größte Unternehmen der deutschen Fischwirtschaft und in allen Stufen von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Absatz vertreten –, hat trotz der ungünstigen Verhältnisse im Geschäftsjahr 1957 einen recht befriedigenden Abschluß vorgelegt. Die Ertragslage ermöglichte es, gegenüber dem Vorjahr erhöhte Abschreibungen vorzunehmen, die Rücklagen zu stärken, weiterhin umfangreiche Sozialleistungen zu finanzieren und einen Gewinn von 1‚82 Mill. DM auszuweisen, aus dem der HV am 4. August die Ausschüttung einer Dividende von wieder 8 v. H. auf 18 Mill. DM Stamm- und 4 Mill. DM Vorzugsaktien vorgeschlagen wird.

Eingehend nimmt die „Nordsee“ wieder zur Lage der deutschen Fischwirtschaft Stellung. Sie stellt fest, daß 1957 für die Hochseefischerei das seit Jahrzehnten schlechteste Jahr war. Rückläufige Anlandungen, zum Teil auch wesentlich geringere Erlöse und Kostensteigerungen auf der anderen Seite blieben nicht ohne Einfluß auf die Ertragslage, so daß mehrere Reedereien in Schwierigkeiten gerieten. Die Fischindustrie hatte unter unzureichenden. Preisen, die häufig die Kosten nicht deckten, zu leiden, zum Teil eine Folge des harten Konkurrenzkampfes, der über die Preise ausgetragen wurde.

Im Gegensatz zu dieser Entwicklung konnte die „Nordsee“ ihre Fänge im Berichtsjahr um 5000 t auf 140 000 t steigern, obwohl die Flotte gegenüber dem Vorjahr nur um ein Fischereimotorschiff bereichert wurde. Die Mehrfänge kommen ausschließlich dem Hering zugute. Schwerpunkt der Investitionen der „Nordsee“ im Berichtsjahr waren Neubauten und Modernisierungen von Industriebetrieben in Cuxhaven und in Bremerhaven. Auch der Handel der „Nordsee“ konnte im Berichtsjahr die Wertumsätze steigern, obwohl mengenmäßig eine Stagnation zu verzeichnen war. Das Verkaufsstellennetz vurde wiederum ausgebaut, so daß am Jahresende 315 (Vorjahr 294) Ladengeschäfte zur Verfügung standen. SML.