Der völlig undogmatische, ja unprogrammatische, fast jedes Jahr verblüffende Veranstaltungsbogen läßt hoffen, daß diese Vision allmählich Wahrheit werde.

Wie ernst die Situation im zwölften Jahre nun wird, das konnte man in der elften Festversammlung spüren. Stadt und Land erklärten ihre Bereitschaft, der Improvisation von 1947 ein Festspielhaus, Heimstatt und Symbol zugleich, zu errichten. Herr Tacke, der 2. Vorsitzende des DGB, schwieg dazu in seiner Rede. Sollten die entlegener wohnenden Gewerkschaftler von Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und München, zu denen Voriges Jahr werbend "Ruhrfestspiele auf Rädern" kamen, jetzt nein sagen? Ist der DGB-Vorstand in Düsseldorf nicht ermächtigt, sich an den vierzehneinhalb Millionen Mark zu beteiligen, die das Festspielhaus die Arbeiterschaft in Recklinghausen kosten würde? Dann allerdings wäre der Traum von Recklinghausen nur eine Volksbühnenillusion gewesen.