Der Fernschreiber hämmerte. Blitzschnell reihten sich die Buchstaben zu einem knappen Text. Die Sekretärin nahm den Papierstreifen ab; brachte ihn zum Chef. Er überflog die Nachricht, Einen Augenblick lang schaute er auf das Blatt, dann gab er seine Anweisungen:

„Schreiben Sie zurück, daß ich die Abschlußverhandlungen selber führen werde. Stellen Sie mir bitte die Akte Persien zusammen. Für übermorgen brauche ich dann eine Flugkarte nach Teheran. Und vergessen Sie die Auslandreise-Versicherung nicht.“ Die Sekretärin war schon damit beschäftigt, die Verhandlungsunterlagen zu ordnen, da hörte sie aus dem kleinen Lautsprecher auf ihrem Schreibtisch noch einmal die Stimme des Chefs: „Bitte, erkundigen Sie sich, ob heute noch ein Herr vom Gerling-Konzern zu mir kommen kann.“

Am frühen Nachmittag ließ sich der Gerling-Fachmann beim Direktor melden. Er kam gleich zur Sache:

„Wahrscheinlich wissen, Sie, daß wir für eine neue Fabrik in Persien Maschinen liefern. Jetzt plant unser Auftraggeber eine Erweiterung des Projekts. Dazu werden Spezialmaschinen gebraucht, die nur unsere eigenen Techniker und Monteure aufstellen können. Übermorgen werde ich nach Teheran fliegen. Anschließend soll zum ersten Mal eine ganze Gruppe reisen – Ingenieure, Werkmeister, Monteure. Müssen wir da für jeden einzelnen eine besondere Auslandreise-Versicherung abschließen?“

Kurze Mitteilung genügt

„In diesem Falle ist ein Mantelvertrag üblich. Wenn dann einer Ihrer Techniker die in Teheran arbeitende Gruppe verstärkt, genügt es, im Rahmen des Vertrages die hierfür vorgesehene Mitteilung an Gerling einzusenden. Auch für Mitarbeiter Ihrer Firma, die demnächst einmal in Indien, in Südamerika oder sonstwo in der Welt zu tun haben sollten, ist nur diese kurze Mitteilung erforderlich.“

Indien – das kann sogar sehr bald sein. Wir stehen nämlich vor dem Abschluß eines großen Auftrages. Gerade in Indien – das fällt mir dabei ein – ist einer befreundeten Firma kürzlich eine unglückliche Geschichte passiert: Der leitende Ingenieur hatte in Haidarabad einen Fieberanfall. Ein paar Tage war er krank, es schien nicht weiter gefährlich. Als der Ingenieur zurückkam, war er jedenfalls quietschvergnügt. Und dann – eine ganze Weile später – trat das Fieber plötzlich viel heftiger wieder auf. Eine heimtückische Infektion. Der Mann liegt noch immer schwerkrank. – Für den Ingenieur eine böse Sache und für die Firma ein empfindlicher Ausfall.“