pk Hannover

Über die Frage, ob der 13. Wettsonntag in diesem Jahr, der 30. März, ein Glückstag war, sind Frieda Wenke aus Hameln und ihr ehemaliger Lotto-Einnehmer Erwin Ewald gegenteiliger Meinung. Wie sich dieser 30. März für beide auswirkte, das bekunden zwei Gerichtsurteile, die am gleichen Tage der letzten Woche in Hannover und in Hameln gefällt wurden.

Ungerührt vom Surren der Filmkameras und vom Licht der Reporterblitze verkündete in Hannover Landgerichtsdirektor Ebeling das Urteil der 6. Zivilkammer des Landgerichts im Prozeß Wenke gegen Zahlenlotto-GmbH (siehe auch DIE ZEIT Nummer 17 und 18):

„Die Beklagte (Lottogesellschaft) wird verurteilt, an die Klägerin (Frau Wenke) 10 000 DM nebst 4 v. H. Zinsen seit dem 16. April 1958 zu zahlen und die Kosten des Rechtsstreits zu tragen. Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 12 000 DM sofort vollstreckbar.“

Frau Wenke hatte mit ihrem richtigen „Sechser-Tip“ vom 30. März runde 500 000 Mark gewonnen. Der Gerichtskosten wegen ging es im Prozeß jedoch zunächst nur um die Teilsunme von 10 000 Mark.

Die Lottogesellschaft in Hannover hatte die Gewinnauszahlung verweigert, denn Frau Wenke war, als sie ihren Tipschein abgab, in Hameln an den betrügerischen Lotto- und Totoeinnehmer Ewald geraten. Der hatte damals den Wettsciein angenommen, diesen sodann mit den notwendigen Banderolennummern beklebt und das Wettgeld kassiert.

Was Frau Wenke indes nicht ahnen konnte, war, daß Ewald erstens das Geld in die eigene Tasche gesteckt, zweitens noch gar nicht gültige Banderolennummern geklebt und drittens den Durchschlag B des Tipzettels nicht an die Zentrale nach Hannover weitergegeben hatte. Daraus folgerte die Lottogesellschaft, eine gültige Wette sei nicht zustande gekommen und Frau Wenke habe keinen Anspruch auf die 500 000 Mark.