Den großen Sparkassen geht es keineswegs besser als den privaten Geschäftsbanken. Auch bei ihnen wachsen die Einlagen schneller als das Kreditvolumen. So betrug bei der Stadtsparkasse Frankfurt am Main das Kreditvolumen in 1956 noch 63 v. H. der Gesamtverpflichtungen von 242 Mill. DM; 1957 waren es nur noch 54 v. H. von 293 Mill. DM. Die Debitoren allein sind dabei von 39 Mill. auf 35 Mill. DM zurückgegangen. Viele mit der Stadtsparkasse arbeitende Unternehmen – dies sind vor allem mittelständische Kaufleute, Handwerker u. ä. – vermochten ihren wachsenden Finanzbedarf in größerem Maße als früher aus eigenen Mitteln zu decken. Sie haben dabei in weitem Umfange ihre Kreditverpflichtungen gegenüber der Sparkasse abgedeckt. Von einem Kreditproblem der mittelständischen Wirtschaft kann, wie dieses Beispiel zeigt, heute kaum noch die Rede sein. Wer einen Kredit braucht und die notwendigen Sicherheiten zu bieten vermag, erhält ihn auch.

Die langfristigen Ausleihungen sind bei den Frankfurter Instituten von 101 auf 114 Mill. DM gestiegen; auch das ist ein verhältnismäßig langsames Anwachsen.

Bei dieser unterschiedlichen Entwicklung der Aktiva- und Passivaseite haben sich die flüssigen Mittel beneidenswert verstärkt; sie werden vor allem als Nostroguthaben bei der Girozentrale unterhalten. Der entsprechende Posten ist von 11 auf 44 Mill. DM angewachsen. Bei der Hessischen Landesbank-Girozentrale hat der von allen Sparkassen kommende Zuwachs von .flüssigen Mitteln zu einer stärkeren Anlage in Geldmarkttiteln und Wertpapieren geführt. Offenbar ist man bei der Stadtsparkasse der Auffassung, daß man dies auch selbst könne, wenigstens wurde von der Verwaltung bedeutet, daß der Anlage in Wertpapieren künftighin wieder eine größere Beachtung zugemessen werde. W. R.