Stoßseufzer der Woche

„Solche Argumente, wie, man müsse Vertrauen haben zur Lauterkeit der Absicht Andersdenkender, oder wir müssen aus der Zeit des Hasses und der Gewissenlosigkeit heraus zu neuen Idealen und Zielen, die die Würde des Menschen sichern, sind aufgestellt, um unsere Parteifreunde bei ihrem politischen Kampf einzuschläfern. Überall, wo solche Argumente auftreten, müssen wir nach den Urhebern suchen.“

Leitartikler „Tü.“

im LDP-Organ „Sächsisches Tageblatt“

Krise in Burma

Im Tauziehen zwischen dem burmesischen Ministerpräsidenten U Nu und seinen Parteifreunden und Kabinettskollegen U Ba Swe sowie U Kyaw Nyein (siehe DIE ZEIT Nr. 23/1958) ist der Premier mit knapper Mehrheit Sieger geblieben. Das zu einer Sondersitzung einberufene Parlament sprach ihm mit 127 gegen 119 Stimmen das Vertrauen aus. Die Krise des Kabinetts und der gespaltenen Regierungspartei, der Antifaschistischen Völkischen Freiheitsliga, dürfte damit aber nur oberflächlich beigelegt sein. Alarmierend an dem Ergebnis der Vertrauensabstimmung: U Nu brachte seine Mehrheit nur mit Hilfe der kommunistischen Nationalen Einheitsfront zustande, die ihre 45 Stimmen für ihn abgab. Westliche Beobachter befürchten, daß die Kommunisten nun in zunehmendem Maße Einfluß auf die burmesische Regierungspolitik gewinnen könnten.

Zonales Post-Reglement