Die Atlas-Werke AG, Bremen, war auch im Geschäftsjahr 1957 unverändert voll beschäftigt. Der fakturierte Umsatz des Unternehmens, dessen Mehrheitsaktionär (81,4 v. H.) und gleichzeitig Organobergesellschaft die Hugo Stinnes Industrie und Handel GmbH ist, stieg gegenüber dem Vorjahr erheblich an, im wesentlichen, weil ein 1956 fast vollendeter Schiffsneubau erst zu Beginn des Berichtsjahres abgeliefert wurde. Aber auch in der übrigen Fertigung – die Produktionspalette reicht vom Schiffbau über Schiffszubehörteile und Baumaschinen bis zu elektromedizinischen Geräten – war das Ergebnis trotz der allgemeinen Konjunkturabschwächung befriedigend. Bemerkenswert ist, daß der direkte und indirekte Export, der noch im Jahre 1956 etwa 50 v. H. des Gesamtumsatzes betragen hatte, auf über die Hälfte angestiegen ist.

Zum Geschäftsgang in den einzelnen Abteilungen teilt der Vorstand der Atlas-Werke mit, daß im Maschinenbau (nach wie vor die größte Abteilung) der Umsatz an Schiffshilfsmaschinen für deutsche und ausländische Werften über die Vorjahrshöhe hinaus gesteigert werden konnte. Auch der Absatz an Baustoffmachlinen erfuhr eine Zunahme. Hervorgehoben wird hier das starke Auslandsinteresse. Die Werftabteilung lieferte insgesamt vier Motorfrachtschiffe mit zusammen 18 000 Tragfähigkeitstonnen ab. Der Schiffsausschuß der Werftabteilung lag damit um 9600 tdw höher als im Vorjahr. In der Abteilung Elektromechanik konnte der Umsatz bei Echoloten und Radargeräten trotz starken ausländischen Wettbewerbs auf Vorjahrshöhe gehalten werden. Zur Entwicklung des Ausfuhrgeschäfts wird festgestellt, daß hier ein verschärfter Wettbewerb und die Forderung nach immer längeren Zahlungszielen eine empfindliche Beeinträchtigung schafft. Die vermehrte Konkurrenz übt einen unablässigen Preisdruck aus, der sich auch auf den deutschen Markt zunehmend stärker auswirkt.

Die Hugo Stinnes Industrie und Handel GmbH, die die Körperschaftsteuer und andere Abgaben übernimmt, zahlt an die freien Aktionäre eine Dividende von 6 v. H. brutto (HV am 5. August). Zum bisherigen Verlauf des neuen Geschäftsjahres wird mitgeteilt, daß der Auftragsbestand für die meisten Arbeitsgebiete eine Beschäftigung bis in das kommende Jahr hinein sichert. Soll.

Die Werkzeugmaschinenfabriken Gildemeister & Comp. AG in Bielefeld und Adolf Waldrich in Coburg werden in Zukunft die Konstruktion, den Bau und den Vertrieb ihrer Langfräsmaschinen gemeinsam betreiben. Die finanzielle Unabhängigkeit beider Firmen wird von der Gemeinschaftsarbeit nicht berührt. Offensichtlich liegt diese Zusammenarbeit in der gleichen Entwicklungsrichtung wie eine Reihe anderer ähnlicher Kombinationen der letzten Zeit, die dem Wunsch zur Rationalisierung der Fertigung und Stärkung der Marktposition entspringen.