Herr Himm sah die kleine Taube vor seinem Fenster sitzen, sie war schneeweiß. „Sieh da – eine Taube“, sagte er zu Frau Himm.

Frau Himm runzelte die Stirn. „Sie wird das Fensterbrett beschmutzen.“

Herr Himm wagte selten einen Einwand, Aber dieses Mal sagte er: „Sie ist ja so klein!“

Die Taube stand auf winzigen rosafarbenen Füßchen und sah Herrn. Himm an. Er öffnete das Fenster und gab ihr von seiner Frühstückssemmel. „Sie frißt“, erklärte er begeistert.

„Diese Tiere fressen immer“, sagte Frau Himm, „ich habe einmal gelesen, daß Vögel das Anderthalbfache ihres Gewichtes auffressen.“ Herr Himm antwortete nicht, er fütterte die Taube.

Die Taube kam jeden Tag und holte sich etwas von Herrn Himms Brötchen. „Willst du das immer so weiter treiben?“ fragte seine Frau. Herr Himm wandte schüchtern ein, daß er der Taube ja nur von seinem eigenen Brötchen gebe.

„Du erziehst sie nur zum Nichtstun“, sagte Frau Himm, „sie soll umherfliegen und sich Nahrung suchen.“