Nur wenig mehr als zwei Jahre nach Wiedereröffnung des Palasthotels „Drei Mohren“ in Augsburg muß die Verwaltung der Drei Mohren AG., Augsburg, zum 30. Juli eine Hauptversammlung einberufen, in der über die Herabsetzung des Grundkapitals im Verhältnis 4:1 von 2 Mill. DM auf 500 000 DM beschlossen werden soll. Die Kapitalherabsetzung erfolgt in der Weise, daß jeweils vier Aktien zu einer Aktie zusammengelegt werden. Gleichzeitig soll über die Wiedererhöhung des Grundkapitals von 500 000 DM um 1,5 Mill. DM auf 2 Mill. DM durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautenden Stammaktien zum Kurse von 100 v. H. beschlossen werden. Die neuen Aktien werden von befreundeter Seite übernommen und den Aktionären in einem ihrer bisherigen Beteiligung am Grundkapital entsprechenden Verhältnis zum Bezug angeboten. Außerdem wird der Hauptversammlung der Geschäftsbericht für 1957 vorgelegt werden, der sicherlich näher auf die Ursachen der Sanierung eingehen wird.

So viel läßt sich aber heute schon sagen, daß diese Sanierung zeigt, wie schwierig es wieder geworden ist, Hotelneubauten auf eine gesunde wirtschaftliche Grundlage zu stellen. In dieser Hinsicht sollte die Sanierung besonders in allen Städten genügend beachtet werden, in denen immer wieder der Ruf nach einem „repräsentativen“ Haus ertönt. Die Hotelpreise können sich nur sehr begrenzt nach den Kosten richten; entscheidend ist letzten Endes, was die Gäste zu zahlen bereit sind. Der Bericht der Gesellschaft für 1956 mußte bereits darauf hinweisen, daß das Ergebnis unter dem Einfluß von Kosten, die mit der Eröffnung des neuen Hauses zusammenhängen, verringert wurde. Hinzu kamen die in der Anlaufszeit besonders hohen Zins- und Abschreibungsbelastungen. Schließlich wurden in den ersten 7 Monaten nach Eröffnung des Hauses nur 72 v. H. der erwarteten Umsätze erreicht. So ergab sich für 1956 ein Jahresverlust von 212 000 DM, der um den Gewinnvortrag verringert mit 188 000 DM vorgetragen wurde. Dieser Verlustvortrag hätte sicherlich schnell überwunden werden können, wenn inzwischen die Erwartungen erfüllt worden wären. Dies ist aber offensichtlich nicht der Fall und deshalb hat man sich zu der Sanierung entschlossen, deren Einzelheiten erst abgewartet werden müssen, bevor man ein endgültiges Urteil ziehen kann. Pl.

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Die Hauptversammlung der „Albingia“ Versicherungs-AG, Hamburg, am 8. Juli, beschloß einstimmig, für das Geschäftsjahr 1957 eine Dividende von 10 v.H. und 2. v.H. Bonus zu verteilen (i. V. 10 v. H. Dividende). Die Beitragseinnahme stieg im Berichtsjahr – in Mill. DM – von 75 auf 85; gleichzeitig erhöhten sich die Bruttoschäden (bezahlt und zurückgestellt) auf rund 54 (48). Die Schadenrückstellung für eigene Rechnung wurde auf 42 (36) verstärkt. Auf Grund der Entwicklung in der ersten Hälfte des laufenden Jahres beurteilt die Verwaltung die Aussichten für 1958 „mit vorsichtigem Optimismus“. Die „Albingia“ Lebensversicherungs AG, Hamburg, verteilt laut HV-Beschluß für das Geschäftsjahr 1957 eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 8 v. H. auf das eingezahlte Aktienkapital von 0,50 (Nominalkapital 1,00) Mill. DM. Die Aktien befinden sich zu 80 v.H. in Händen der „Albingia“ Versicherungs AG und zu 10 v. H. im Eigentum der Aachener und Münchener Lebensversicherungsgesellschaft und der Frankonia Rück- und Mitversicherungs AG.

Die Hauptversammlung der Aachener und Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft, Aachen, hat den Abschluß für 1957 verabschiedet Die Prämieneinnahme überschritt die 100-Millionen-Grenze. Mit einer Steigerung von 10,6 (16,1) v. H. wurde eine Gesamteinnahme von 107,52 Mill. DM erreicht. Das Volumen der Beitragseinnahmen macht nunmehr 347,3 v. H. des Standes von 1939 aus, obwohl das Geschäft aus dem europäischen und überseeischen Ausland und den abgetrennten deutschen Gebieten verlorengegangen ist. Das indirekte Geschäft, das überwiegend den Feuerversicherungszweig betrifft, ließ nur einen mäßigen Gewinn. Im direkten Versicherungsgeschäft mit Ausnahme der Transportversicherung ist die Vertragsstückzahl um 8,53 (9,19) v.H. auf 2,40 Millionen Verträge angewachsen. Aus dem Gewinn von 1,56 (1,80) Mill., der sich durch den Vortrag auf 1,94 Mill. erhöht, wurden wieder 10 v. H. Dividende und 2 v. H. Bonus auf das mit 7,0 eingezahlte Kapital vergütet.

Die Hauptversammlung der National Allgemeine Versicherungs-AG und der Stettiner Rückversicherungs AG beschloß antragsgemäß, für das Geschäftsjahr 1957 eine Dividende von 12 (i. V. 11) v. H. zu verteilen. Grundkapital der Allgemeine Versicherungs AG 3,75 Mill. DM und der Stettiner Rück 1 Mill DM. Die Bruttobeitragseinnahmen erhöhten sich im Berichtsjahr um 3,8 auf 52 Mill. DM. Davon entfallen auf Transportversicherung 7,6, auf Sachversicherung 12,9, auf Unfall- und Haftpflichtversicherung 5,8, auf Kraftfahrtversicherung 24,8 und auf Lebens- und Rückversicherungen 0,9 Mill. DM. Die Zahl der Versicherungsverträge erhöhte sich auf 719 000 Generaldirektor Dr. Plath wies auf die Unzulänglichkeit des gegenwärtigen Tarifs der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung hin, die mit einem Verlust von 0,67 Mill. DM abschloß. Mit der Ratifizierung des deutsch-österreichischen Vermögensvertrages erhält die Gesellschaft den seit 1945 unter ihrem Namen fortgeführten Bestand in Österreich zurück. Die Entwicklung im neuen Geschäftsjahr wird von der Verwaltung als befriedigend bezeichnet. Bei der National-Versicherungs-Gruppe belief sich im Geschäftsjahr 1957 das Prämienaufkommen auf 65,6 Mill. DM und die Vermögensanlagen auf 77,5 Mill. DM.