Mit einer großartigen Inszenierung von Alban Bergs „Wozzeck“-Oper ging an den Düsseldorfer Städtischen Bühnen die erste Spielzeit zu Ende, die unter der Leitung von Gustaf Gründgens stand. Ihr Ergebnis hat zunächst seine örtliche Bedeutung. Sie zeigte sich wohl am eindrucksvollsten, als auch nach der Währungsreform Eintrittskarten für die Theater mit den neuen Waren in den Schaufenstern konkurrieren konnten. Jenseits dieser Befestigung des Theaters im Herzen einer Stadt erregt jedoch die Intendantentätigkeit eines Gründgens Aufmerksamkeit auch auswärts, In Düsseldorf wurde mit zum Teil rauschenden Einzelerfolgen nicht für den Tag, sondern für die Zukunft und für das deutsche Theater schlechthin gearbeitet. Hier wurden neue Maßstäbe aufgerichtet und Ansätze zu einem Stil gefunden, der verbindlich zu werden verspricht. Johannes Jacobi