Die Hamborner Bergbau AG, Duisburg-Hamborn (Großaktionäre sind die Familien Julius und Hans Thyssen), berichtet für das Geschäftsjahr 1957 von einer Verschlechterung der Ertragslage. Es sei jedoch zu hoffen, daß mit dem Ausbau der Schachtanlage Lohberg und des Kraftwerkes Hamborn die Voraussetzungen für eine Verbesserung der Ertragslage geschaffen werden. Das Ergebnis des laufenden Jahres bleibe jedoch von der Absatzlage abhängig; die Haldenbestände, die nach dem Geschäftsbericht Mitte Mai 75 000 t umfaßten, schmälern den Ertrag und die Liquidität. Im Berichtsjahr konnten die erhöhten Kosten durch die erfolgte Preiserhöhung nicht ausgeglichen werden. Zur Verschlechterung der eigenen Ertragslage komme, daß wieder 50 v. H. des Verlustes der Friedrich Thyssen-Bergbau AG, deren Kapital zu je 50 v. H. bei der Gesellschaft und bei Phoenix-Rheinrohr liegt, übernommen werden müssen. Die Verwaltung schlägt trotzdem unter Rückgriff auf die Rücklagen die Verteilung von unv. 6 v. H. Dividende auf 69 Mill. DM Grundkapital vor.

Durch den Ausbau der Schachtanlage Lohberg konnte im Berichtsjahr die fördertägliche Leistung von 4896 auf 5174 t erhöht werden. Die Tagesförderung soll nach der Vollendung 6500 t erreichen, die Arbeiten hierfür stehen nach Mitteilung der Verwaltung vor dem Abschluß. Der 64 000-kW-Turbosatz, um den das Kraftwerk Hamborn erweitert wurde, ist im laufenden Jahr probeweise angelaufen. Der Umsatz der Hamborner Bergbau stieg 1957 von 114,95 auf 121,84 Mill. DM. Die Förderung ging überdurchschnittlich, u. a. durch geologische Störungen auf der Schachtanlage Beeckerwerth, von 2,31 auf 2,37 Mill. t zurück. Das Hamborner Kraftwerk, das je zur Hälfte der Hamborner Bergbau und der August Thyssen-Hütte AG gehört, erreichte nach Abzug des Eigenverbrauchs eine Stromerzeugung von 408 (362) Mill. kWh, davon nahmen die beiden Gesellschafter 181 (176) Mill. kWh ab. D. K.

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Die Hartmann & Braun in Frankfurt/M. (elektrische und wärmetechnische Meßgeräte, Kontrollanlagen) konnte im Geschäftsjahr 1957 die Produktion und Auslieferung etwa im gleichen Umfange wie im Vorjahr erhöhen. Der Umsatz (ohne Beteiligungsgesellschaften) stieg um 12 v.H. auf 55,5 (49,5) Mill. DM. Der Auftragseingang hat dabei den Umsatz übertroffen, so daß sich der Auftragsbestand weiter vergrößert hat. Die Zunahme entfällt im wesentlichen auf Auslandsaufträge. Von dem Gesamtumsatz entfielen im Berichtsjahr 44,8 (40,7) Mill. DM auf das Inlandsgeschäft und 10,7 (8,8) Mill. DM auf das Exportgeschäft. Die notwendige Vergrößerung der Fertigungskapazität erforderte im Berichtsjahr Investitionen in etwa gleich hohem Umfange wie 1956. Von den 7,3 (7,2) Mill. DM Investitionen wurden 3,2 (2,7) Mill. DM durch Abschreibungen finanziert. Von den Beteiligungsgesellschaften berichtet die Verwaltung über eine zufriedenstellende Entwicklung. Die Hauptversammlung genehmigte eine Dividende von unverändert 9 v. H. auf 6‚49 Mill. DM Aktienkapital (Grundkapital 6,7 Mill. DM, eigene Aktien rund 0,21 Mill. DM).