Die Arbeit der Lastenausgleichsbank (Bank für Vertriebene und Geschädigte), Bad Godesberg, stand 1957 wie in den Vorjahren im . Dienst der Festigung der Geschädigtenbetriebe. Wenn das wirtschaftliche Wachstum in der Bundesrepublik, wie es im Bericht heißt, auch den Unternehmen der Geschädigten zugute gekommen ist und die seit Mitte 1957 spürbare Expansionspause vielen von ihnen eine gewisse Verbesserung ihrer Betriebsstruktur ermöglicht hat, wirken sich dennoch bei einem beträchtlichen Teil dieser Betriebe die schwierigen Startbedingungen nach wie vor in der ungünstigen Kapitalausstattmg aus. Die Bank hat auch 1957 wieder zur Festigung dieser Betriebe beigetragen. Das Ziel sei jedoch für große Teile der geschädigten Wirtschaft noch nicht erreicht, so daß die Weiterführung der finanziellen Konsolidierungsmaßnahmen unerläßlich sei.

Die Ausweitung der Geschäftstätigkeit, die in einer Zunahme der Bilanzsumme um 0,6 (1,0) Mrd. auf 5,7 Mrd. DM zum Ausdruck kommt, beruht wie in den Vorjahren vor allem auf einer Zunahme der Darlehnsverwaltung für das Bundesausgleichsamt. Die Zahl der in der Verwaltung der Bank befindlichen Eingliederungsdarlehen betrug zum Jahresende 525 000 (620 000). Sie ist erheblich niedriger als die Gesamtzahl der von der Bank seit 1950 ausgezahlten Eingliederungsdarlehen von rund 724 000. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 100100 Aufbaudarlehen mit rund (alles in Mill. DM) 804,0 ausbezahlt. Hiervon entfallen auf Darlehen an die gewerbliche Wirtschaft und freie Berufe 129,0 (144,0) und für den Wohnungsbau 552,0 (577,0). Kriegssachgeschädigte Landwirte erhielten 18,0. Für vertriebene Landwirte wurden 105,0 (106,0) weitergeleitet. Die Summe der Auszahlungen verminderte sich um 118,0 gleich 12,8 Prozent. Tilgungsleistungen auf Eingliederungsdarlehen haben entsprechend der gewachsenen Darlehnssumme und dem Ablauf der tilgungsfreien Jahre für ältere Darlehen auf 146,0 (98,0) zugenommen. Die Summe der Auszahlungen zum Währungsausgleich für Sparguthaben Vertriebener ist um 39,0 auf 874,0 erhöht worden. Durch die Bereitstellung neuer ERP-Mittel bestand für die Bank auch im Berichtsjahr die Möglichkeit, den Vertriebenen-Betrieben weitere langfristige Investitionskredite zu gewähren und die beantragten Betriebsmittelkredite bereitzustellen. Bis zum Jahresende wurden von der Bank insgesamt 3 875 (3 363) Investitionskredite in Höhe von 158,0 (134,0) aus ERP-Kreditaktionen bewilligt.

Am Eigenkreditgeschäft der Bank hatte die Bearbeitung von Umschuldungsdarlehen an Vertriebenen- und Flüchtlingskredite bedeutenden Anteil. Durch die Möglichkeit, Teile der kurzfristigen Bankkredite in langfristige Kredite umzuwandeln, erhielten viele neuaufgebaute Betriebe eine wertvolle zusätzliche Finanzierungshilfe. Bis zum 31. März 1958 lagen Einplanungsanträge über rund 101,0 vor. Die Zahl der Insolvenzen ist auch bei den Kreditnehmern der Bank erheblich zurückgegangen. Wenn trotzdem die Inanspruchnahme der Bank aus ihrem Obligo im Berichtsjahr mit 2,1 größer geworden ist, so deshalb, weil 1957 mehr Fälle abrechnungsreif gemacht werden konnten. Insgesamt betrug damit die Inanspruchnahme seit Bestehen der Bank 7,0.

In der Bilanz werden die langfristigen Ausleihungen mit 980,50 (1059,10) und die durchlaufenden Kredite aus Treuhandgeschäften mit 4614,56 (3955,57) ausgewiesen. Auf Aufbaudarlehen für den Wohnungsbau entfallen 2254,03 (1754,88), für die gewerbliche Wirtschaft und die freien Berufe 1017,45 (921,91) und für die Landwirtschaft 599,11 (492,51). Die aufgenommenen langfristigen Darlehen der Bank machen 548,09 (646,49) aus. Schuldverschreibungen im Umlauf erhöhten sich auf 461,23 (450,0). Das Kapital beträgt unverändert 25,0. Die offenen Rücklagen sind auf 3,06 (1,45) gestärkt worden. Der Gewinn des Berichtsjahres von 1,11 (0,51) wird ebenfalls in die Rücklagen gelegt. Der Zinsüberschuß sowie die Provisionen betrugen im Berichtsjahr 11,83 (10,41). -ke