Wer sich nicht dem Wehrdienst, dieser Grundform des Bürgerdienstes am Staat, mit Erfolg unterzieht, hat seine Chance, ein Vollbürger zu werden, fürs ganze Leben verwirkt." Nur (gediente) Vollbürger wählen den Bundestag, und "so dringt der neue Geist in den Staat, ohne daß ihn die großstädtisch-industriewirtschaftliche Gegenwart mit Geld, Apparat und Demagogie nennenswert abzulenken vermag, Wer hier (beim Militär) einmal seinen Mann stand, wird auch später in den höheren, abstrakten Organen staatsbürgerlichen Gemeinsinns nie mehr gänzlich versagen können... wäre noch einmal ein Anfang gemacht."

Das steht als ernst gemeinter Entwurf in einem neuen, von einigen Kritikern gepriesenen Buch:

Johannes F. Barnick: "Die deutschen Trümpfe"; Verlag Dr. Heinrich Seewald, Stuttgart-Degerloch; 310 S., 14,50 DM.

Nachdem sich der Autor, Jahrgang 1916, Sproß alter märkischer / Familie spanisch-niederländischer Herkunft, heute als Privatgelehrter tätig, auf fast 300 Seiten mit der Misere, den Bedrohungen und den Chancen (den bereits verpaßten wie den noch möglichen) der westdeutschen Bundesrepublik auseinandergesetzt hat, kommt er also zu dieser conditio sine qua non: Wenn überhaupt Hoffnung besteht, aus dem innerdeutschen Dilemma einerseits, der korrupten, unter der Glasglocke satt dahinschläfernden Kleinbürgerlichkeit andererseits herauszukommen, dann nur "durch eine Pferdekur": eine Mobilisierung der zur Zeit im Morast der Zivilisation verfaulenden vitalen Kräfte unseres Volkes. Nur in der Wiedererstarkung der Wehrkraft, die auch das gesamte zivile Leben in allen seinen Sparten durchziehen soll, sieht Barnick eine Chance,

Man muß dieses Buch diskutieren, und sei es, um am Schluß der Lektüre zu der Überzeugung zu kommen, daß von allen aufgezeigten Gefahren in den hier angebotenen Lösungsversuchen die größte liegt. F. W.