Auf der Hauptversammlung der zum Schering-Bereich gehörenden Concordia Bergbau AG, Oberhausen, erklärte Bergwerksdir. Ferdinand Münstermann, eine Erhöhung der Kohlenpreise sei angesichts der augenblicklichen Marktlage für Steinkohle "völlig ausgeschlossen". – Im Gegensatz zu anderen Steinkohlengesellschaften an der Ruhr habe die Concordia im ersten Halbjahr 1958 die Kohlenförderung weiter steigern können; sie habe in den ersten sechs Monaten 1958 mit 719 944 t um 8500 t über der vergleichbaren Förderung von 1957 gelegen. Die Gesellschaft habe bisher nur eine Feierschicht einlegen müssen. Die Hauptversammlung, auf der 18 056 000 DM des Aktienkapitals von 21 Mill. DM vertreten waren, genehmigte einstimmig den Vorschlag, für das Geschäftsjahr 1957 eine um 1 v. H. auf 6 v. H. erhöhte Dividende auszuschütten.

Die Hauptversammlung der Norddeutsche Lederwerke AG, Hamburg, in der 3,64 Mill. DM Stammaktien mit 36 404 Stimmen und 1,61 Mill. DM Vorzugsaktien ohne Stimmrecht vertreten waren, beschloß gegen 199 Stimmen, die ein Vertreter des Aktionärs Erich Nold abgab, für das Geschäftsjahr 1957 eine auf 7 (6) v. H. erhöhte Dividende zu verteilen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Heinrich Ulrich (Vorstandsmitglied der Deutsche Bank AG) bezeichnete es angesichts der schwierigen Lage der Lederindustrie als beachtlichen Erfolg, daß die Gesellschaft in der Lage sei, für 1957 eine höhere Dividende zu verteilen als im Vorjahr. Auf eine Reihe von Fragen, die der Vertreter von Nold stellte, teilte Direktor Ulrich mit, daß der Umsatz der Gesellschaft sich in einer Größenordnung von 40 bis 50 Mill. DM bewegte. Mit der Frage einer Ausgabe von Gratisaktien werde man sich befassen, wenn die gesetzlichen Bestimmungen vorliegen. Dabei müsse die Ertragslage der Gesellschaft geprüft werden, da bei einer Kapitalerhöhung die Dividendenmöglichkeiten und die Emissionsfähigkeit der Gesellschaft zu beachten seien.

Die Bayerische Wasserkraftwerke Aktiengesellschaft, München, an der das RWE, die Viag und das Land Bayern mit je einem Drittel beteiligt sind, hat auch 1957 das Kapital von (alles in Mill. DM) 30,0 mit 4 v. H. verzinst. Das langjährige Mittel konnte trotz stärkerer Heranziehung des Speichers Roßhaupten infolge der ungewöhnlich niedrigen Wasserführung nur zu 96,8 v. H. erreicht werden. Der Stromumsatz war daher wieder 7,86 (2,17) v. H. niedriger und ging auf 459,44 Mill. kWh zurück. Für den Neubau eines Kraftwerkes im Schongau sind die Vorarbeiten so weit vorangetrieben, daß die Bauarbeiten im April dieses Jahres anliefen. Die erforderlichen Mittel werden durch Anleihen beschafft. Der Gewinn ist mit 1,20 wieder auf die Dividende zugeschnitten. Das Gesamtvermögen beträgt 186,14 (188,99). Verbindlichkeiten gingen durch Tilgungen auf 84,38 (89,54) zurück.

Die Volkswohl Krankenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit in Dortmund, erreichte im Geschäftsjahr 1957 einen Versichertenbestand von 743 203 gegenüber 653 475 in 1956; das Beitragsaufkommen stieg im gleichen Zeitraum von 53,6 Mill. DM in 1956 auf 58,7 Mill. DM. Die allgemeine Entwicklung der Krankheitskosten spiegelt sich in einer Anhebung der Schadenquote von 68,1 v. H. in 1956 auf 71,9 v. H. im Jahre 1957. Die "Volkswohl" zahlte an ihre Versicherten an Schadenleistungen 42,2 Mill. DM im Geschäftsjahr 1957; seit der Währungsreform zahlte sie rund 267 478 500 DM, das ist eine Durchschnittsquote von 74,1 v. H. Die Bilanz 1957 schließt mit einer Summe von 41,167 Mill. DM gegenüber 36,032 Mill. DM in 1956 ab. Für die Beitragsrückvergütung wurden 1957 rund 1,374 Mill. DM ausgeworfen. Am 1. 1. 1958 nahm die "Volkswohl" ihre Geschäftstätigkeit im Saargebiet wieder auf.

Die Westfalia Dinnendahl Gröppel AG (Wedag), Bochum, verteilt für das Geschäftsjahr 1957 wieder 10 v.H. Dividende auf 9,75 Mill. DM Aktienkapital aus einem Gewinn von 1,13 Mill. DM. Das Berichtsjahr hat einen befriedigenden Verlauf genommen, obwohl namentlich in den letzten Monaten des Jahres der Bergbau in der Vergebung neuer Aufträge eine unverkennbare Zurückhaltung zeigte, die sich in den ersten Monaten 1958 in verstärktem Maße fortsetzte. Wenn trotzdem der Auftragseingang mit rund 77 Mill. DM einen neuen Höchststand erreichte und etwa 25 v. H. über dem Auftragseingang des Jahres 1956 lag, so sei das in erster Linie darauf zurückzuführen, stellt die Gesellschaft fest, daß eine Reihe von Großanlagen bestellt wurde. Der Auslands-Auftragseingang hat zugenommen. Produktion und Umsatz haben sich um etwa 10 v. H. erhöht. Die Preise für die Erzeugnisse der Wedag zeigten bei gleichzeitig erhöhten Kosten eine fallende Tendenz, so daß sich hierdurch die Ertragslage gegenüber dem Vorjahr trotz erhöhten Umsatzes verminderte. Die gesamten Auftragseingänge in der Wedag einschließlich der Tochtergesellschaften beliefen sich 1957 auf rund 90 Mill. DM, die Umsätze auf rund 80 Mill. DM. Obwohl sich die Auftragseingänge in den ersten fünf Monaten des neuen Geschäftsjahres vermindert haben, wird auch für 1958 mit einem befriedigenden Ergebnis gerechnet.

Die Mechanische Baumwollspinnerei und Weberei Augsburg, Augsburg, verteilt auf das Aktienkapital von 8,40 Mill. DM für das Geschäftsjahr 1957 eine auf 6 (5) v. H. erhöhte Dividende sowie wieder einen Bonus von 2 v. H. für frühere dividendenlose Jahre. Im Berichtsjahr konnte trotz weiter gestiegener Erzeugungskosten der Ertrag durch fortgesetzte Investitionen und Rationalisierungen sowie verstärkte Spezialisierung verbessert werden. Infolge der kurzfristigen Einfuhren hielten die Kunden In der zweiten Hälfte 1957 mit ihren Dispositionen zurück. Auftragseingang und Versand des Berichtsjahres erreichten daher mengenmäßig nicht die Höhe des Vorjahres. Dagegen haben sich wertmäßig Auftragseingang und Auftragsbestand gegenüber 1956 erhöht, weil in größerem Umfang hochwertige Gewebe erzeugt wurden. Die Menge der Erzeugung war kleiner als 1956 Der verhältnismäßig immer noch gute Auftragsbestand, die weitere Spezialisierung des Erzeugungsplanes und der Erfolg der Kollektionen lassen trotz der Auswirkungen der Einfuhren für 1958 ein befriedigendes Jahresergebnis erhoffen.

Der Deutscher Ring Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit teilt im Geschäftsbericht 1957 mit, daß die Zahl der versicherten Personen sich 1957 um 19 642 auf 450 898 erhöht hat. Dieser Zuwachs entfällt jedoch allein auf Zusatzversicherungen, insbesondere auf Krankenhaustagegeldversicherungen. Bei den Kostenersatzversicherunden ist infolge der Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze und wegen der Möglichkeit der freiwilligen Fortsetzung der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Versicherung auch bei höherem Einkommen ein nennenswerter Bestandszuwachs nicht mehr zu erzielen. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich um 19,1 v. H. von 39,24 Mill. DM (1956) auf 46,78 Mill. DM. An die Versicherten wurden 31,69 Mil. DM als Leistungen einschließlich Beitragsrückcewähr gezahlt. Unter Berücksichtigung der daneben erforderlich gewordenen Zuführungen zur Schadensreserve, zur Beitragsrückgewähr-Rückstellung und zu den versicherungstechnischen Rückstellungen betragen die auf das Geschäftsjahr entfallenden Leistungen 35,91 Mill. DM; das entspricht einer Leistungsquote von 77,34 v. H. Die ersten Monate des laufenden Jahres lassen erkennen, daß im Geschäftsjahr 1958 mit guten Ergebnissen zu rechnen sein vird. Die Beitragseinnahme 1958 wird voraussichtlich 50 Mill. DM übersteigen.