Enrico Mattei, Präsident der ENI, der staatlichen italienischen Petroleum-Gesellschaft und Erzfeind der großen anglo-amerikanischen und französischen Ölgesellschaften, befindet sich zur Zeit in Rabat, um einen Vertrag mit der marokkanischen Regierung abzuschließen. Die Marokkaner haben ihm Ausbeutungsrechte im Süden Marokkos übertragen am Rande der Sahara in dem Teil Afrikas, der bisher unter spanischer Kontrolle stand.

Die Italiener und insbesondere Enrico Mattei bemühen sich immer wieder um die Gunst der Araber. In Ägypten hat Mattei die Ölförderung auf der Halbinsel Sinai auf voraussichtlich 2 Mill. Tonnen in diesem Jahr gesteigert. Auch in Iran hat der Präsident der ENI Schürfrechte erworben, bei denen er den Persern wesentlich günstigere Bedingungen zugesagt hat, als irgendeine der großen alten Ölgesellschaften bisher irgendwo gewährt hat. Allerdings ist er bisher auch noch nicht in die Lage gekommen, diese Zusagen wahrzumachen, denn bisher hat Mattei im Iran noch kein Öl gefunden.

Interessanter jedoch als alle diese Unternehmungen ist das plötzliche Eindringen Italiens in ein Gebiet, das bisher ausschließlich zu Frankreichs Interessensphäre gehörte und für das Frankreich glaubte, das Monopol zu haben. A. B.