Die bundeseigene Vereinigte Industrieunternehmungen AG (VIAG), Berlin-Bonn, erhöht wie im Vorjahr die Dividende um 1 auf 8 v. H. auf das unverändert eingezahlte Grundkapital von 190 Mill. DM für das am 31. März zu Ende gegangene Geschäftsjahr 1957/58. Dr. Küster vom Vorstand der Gesellschaft betonte auf einer Pressekonferenz, daß die Dividende von 8 v. H. ein Beweis der Leistungsfähigkeit der in der VIAG als Holding zusammengeschlossenen öffentlichen Betriebe sei. Wenn die Privatisierung erwogen werde, müsse davon ausgegangen werden, daß die Töchter der VIAG eine organische Einheit seien und somit nur eine Privatisierung der VIAG in Frage käme. Eine entsprechende Maßnahme setze eine Aufstockung des Kapitals voraus. Das Ausmaß müsse durch den Substanzwert und die Ertragsfähigkeitbestimmt werden. Es sei zwar schwierig, so wurde von den Vorstandsmitgliedern Dr. Küster und Dr. Röhrs ausgeführt, zur Finanzierung der Übernahme junger Aktien der Töchter den Weg der Erhöhung des Grundkapitals zu gehen und dieses somit dem Anlagevermögen besser anzupassen, die Finanzierung als solche sei aber kein Problem. Über Schuldscheindarlehen oder Auflegung von Obligationen könne die VIAG sich das erforderliche Kapital jederzeit beschaffen. Der Kredit des VIAG-Bereiches sei so, daß erhebliche Gelder zu günstigen Bedingungen beschafft werden könnten.

Im Geschäftsbericht ist zu lesen, daß die Anzeichen der Konjunkturabschwächung das Vertrauen für eine gute Weiterentwicklung nicht beeinträchtigen könnten. Nach dem Ende der Expansion komme es auf die Konsolidierung an, die nicht durch Preis- und Kostensteigerungen gefährdet werden dürfe. Eine preisliche Anpassung an die Marktsituation könne zweckmäßig sein. K. D.